Schwitzige Hände: Schluss mit feuchtem Händedruck

schwitzige Hand

Nicht nur in der Politik wird in einen Händedruck viel hineininterpretiert. Auch im Alltag, vor allem im Beruf, hat der Handschlag eine enorme Aussagekraft.

Entscheidend ist beispielsweise, wie fest oder lange jemand drückt. Menschen, die an schwitzigen Händen leiden, haben da ganz andere Probleme: Sie versuchen das Händeschütteln am besten ganz zu vermeiden oder überlegen fieberhaft, wie sie unauffällig die Hand vorher an der Hose abwischen können.

Eine immer wiederkehrende Frage, die sich Betroffene stellen, ist: Was hilft gegen schwitzige Hände?

Was sind Schweißhände?

Schwitzige Hände kennt jeder. Es ist ganz natürlich, dass die zuständigen Drüsen vermehrt Schweiß produzieren, wenn wir uns körperlich anstrengen. Aber bei einigen Menschen kommt es andauernd zu einer übermäßigen Schweißabsonderung an den Händen. Bei ihnen arbeiten die Schweißdrüsen quasi permanent auf Hochtouren. Mediziner bezeichnen ein solches krankhaftes Schwitzen an den Händen als Hyperhidrosis palmaris. Bei Menschen, die unter Hyperhidrose leiden, also generell übermäßig viel schwitzen, kommt diese Form der Schwitzkrankheit sehr häufig vor. Und das ist auch kein Wunder, denn die meisten ekkrinen (nach außen absondernden) Schweißdrüsen befinden sich im Bereich der Hände und Füße. Doch was hilft, wenn die Hände schwitzen?

Gut zu wissen:

Bis zu 400 Drüsen pro Quadratzentimeter liegen durchschnittlich an den Handinnenflächen. Die Produktion von Schweiß wird über das vegetative Nervensystem gesteuert und lässt sich nicht willentlich beeinflussen. Dabei spielt vor allem der Sympathikus, ein Teil des Nervensystems eine große Rolle. Bei Aufregung, Stress oder körperlicher Anstrengung stimuliert er die Schweißbildung, um überhitzte Körperbereiche wieder abzukühlen.


Über die genaue Ursache von Schweißhänden sind sich Wissenschaftler noch nicht einig. Sie gehen jedoch davon aus, dass bei etwa der Hälfte aller Betroffenen eine genetische Veranlagung für die übermäßige Schweißproduktion vorliegt. Oft beginnen die enormen Probleme mit dem Handschweiß in der Pubertät, wenn sich der Hormonspiegel verändert. Daneben können gewisse Krankheiten ebenfalls Einfluss haben. Dazu zählen unter anderem:

  • Arthritis
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Durchblutungsstörungen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes

Aber auch Stress und psychische Erkrankungen können sich auf die Schweißproduktion auswirken und schwitzige Hände verursachen.

Symptome und Schweregrade von Schweißhänden

Üblicherweise erfolgt die Zuordnung der Hyperhidrose zu einem von drei Schweregraden. Die Einteilung in diese Schweregrade richtet sich bei Schweißhänden nach der sichtbaren Ausprägung des Schweißes an den Handflächen:

Grad 1: Leichte Hyperhidrose

  • Stark erhöhte Hautfeuchtigkeit
Grad 2: Mäßig starke Hyperhidrose

  • Schweißperlen bilden sich
  • Begrenzung der Schweißausbrüche auf den Schwitzherd
Grad 3: Starke Hyperhidrose

  • Abtropfen von Schweiß
  • Transpiration betrifft auch die Streckseiten der Finger, sowie den seitlichen Rand der Hand

Bei allen drei Schweregraden treten die schwitzigen Hände unabhängig von der Temperatur und in für die Betroffenen unvorhersehbaren Momenten auf. Oft verringert sich der Schweregrad mit dem Alter, weil die Schweißdrüsen im Laufe ihres Lebens ihre Funktion reduzieren.

Soziale Probleme und Belastung für die Psyche

Obwohl fast jeder Mensch selbst schon einmal schwitzige Hände hatte, ist das Ausmaß einer ausgeprägten Hyperhidrosis palmaris um einiges unangenehmer. Zwar kennt man die Problematik, beispielsweise wenn eine Stresssituation (zum Beispiel vor einer schweren Prüfung) vorhanden ist, die Probleme eines Hyperhidrose-Patienten werden leider trotzdem nicht immer gesellschaftlich akzeptiert.

Es kann zu sozialen Abgrenzungen kommen, wenn Gepflogenheiten wie das Händeschütteln ignoriert werden. Betroffene möchten lediglich peinlichen Situationen und Fragen bezüglich der Schweißhände ausweichen, von anderen kann dies aber als Affront gewertet werden.

Probleme mit Schweißhänden im Job

Nicht nur die Beeinträchtigung durch Schweißhände im Hinblick auf die sozialen Kontakte, sondern auch die Schwierigkeiten im beruflichen Alltag spielen eine Rolle. Ist die Hyperhidrosis palmaris so stark ausgeprägt, dass der gewählte Beruf nicht mehr ausführbar ist, stellt das für die Betroffenen ein großes Problem dar. Gerade als Feinmechaniker, Musiker oder Zahntechniker können die schwitzenden Hände eine enorme Einschränkung bedeuten oder sogar einen Jobwechsel erforderlich machen.

Was hilft gegen schwitzige Hände?

Es gibt einige Behandlungsmethoden, die das Leben von Menschen mit Schweißhänden leichter machen können. Werden Schweißhände von Betroffenen als Belastung empfunden, sollten sie deshalb einen Hautarzt aufsuchen. Er kann – je nach Schweregrad – eine geeignete Therapiemöglichkeit empfehlen.

  • Patienten mit leichter Form der Hyperhidrose können ihr Handschweiß-Problem beispielsweise mit Antitranspiranten in den Griff bekommen. Antitranspirante sind aluminiumhaltige Mittel, die man als Creme, Roller oder Sprays kaufen kann. Die Aluminiumsalze schließen die Schweißporen an der aufgetragenen Stelle und verhindern dadurch das Schwitzen.
Gut zu wissen:

Antitranspirante sind zum Teil sehr umstritten. Bisher konnte nicht abschließend geklärt werden, ob ein Zusammenhang zwischen der erhöhten Aluminiumaufnahme durch Antitranspirante und gesundheitlichen Folgen wie Alzheimer oder Brustkrebs besteht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung verweist darauf, dass die Forschungslage diesbezüglich noch unzureichend ist.1

  • Eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Bekämpfung feuchter Hände ist die Iontophorese. Bei dieser Therapie werden die Hände meist in ein Wasserbad gelegt, in dem sich auch Metallplatten befinden. Durch die Platten wird etwa 30 Minuten lang schwacher Gleichstrom (maximal 40 Volt) geleitet. Die elektrische Stimulierung verschließt die Schweißdrüsen vorübergehend und die Schweißbildung wird gehemmt.
  • Zudem kann ein Nervengift injiziert werden. Es blockiert die Funktion der Nervenenden, die den Befehl der Schweißproduktion an die Drüsen weitergeben. Je nach Größe der zu behandelnden Fläche werden für die Therapie 40 bis 50 Stiche benötigt. Da die Behandlung an den Händen sehr schmerzhaft sein kann, wird die Stelle meist lokal betäubt. Die Schweißblockade hält etwa fünf bis neun Monate an und muss dann wiederholt werden.
  • Als letzte Möglichkeit kommt ein operativer Eingriff infrage, bei dem Nervenganglien, die die Schweißdrüsen anregen, durch unterschiedliche Techniken durchtrennt werden. Diese Therapiemöglichkeit birgt jedoch das Risiko, dass Narben entstehen und wird – wenn überhaupt – vor allem an den Achseln angewandt.

Ist die Ursache des vermehrten Handschweißes eine psychische Belastung, können außerdem psychotherapeutische Maßnahmen oder Entspannungsübungen hilfreich sein.


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Weitere Tipps gegen schwitzige Hände

Neben medizinischen Behandlungsmethoden gibt es auch Hausmittel, die bei einer leichten Form von Schweißhänden nützlich sein können. Folgende Tipps sollten Sie bei schwitzige Händen versuchen:

  • Franzbranntwein: Alkohol entzieht der Haut Feuchtigkeit und hilft so gegen Handschweiß. Bewährt hat sich vor allem Franzbranntwein. Geben Sie hierfür einfach ein paar Tropfen auf die Handinnenflächen und verreiben Sie den Alkohol mit den Händen. Noch besser funktioniert das, wenn Sie vorher die Hände mit etwas Essigwasser abwaschen. Der Essig neutralisiert den pH-Wert der Haut und beseitigt den Schweißgeruch.
  • Babypuder: Nicht nur für Babypos, sondern auch für schwitzige Hände ist Babypuder ein gutes Mittel. Das Puder kann außerdem optimal unterwegs mitgenommen werden.
  • Salbeitee: Salbei gilt geradezu als Schweißkiller. Trinken Sie am besten über den Tag verteilt zwei bis drei Tassen Salbei-Tee. Achten Sie darauf, dass der Tee nicht mehr so heiß ist, weil heiße Getränke die Schweißproduktion noch weiter anregen. Alternativ können Sie den Tee auch abkühlen lassen und Ihre Hände etwa zwei Minuten lang darin baden.

Wer ein Problem mit schwitzigen Händen hat, sollte außerdem so gut wie möglich auf Lebensmittel verzichten, die die Schweißproduktion stimulieren können. Dazu gehören beispielsweise Kaffee, Alkohol oder sehr scharfe Speisen.

1Vgl. Bundesinstitut für Risikobewertung (2013): Aluminiumhaltige Antitranspirantien tragen zur Aufnahme von Aluminium bei. Abgerufen unter: http://www.bfr.bund.de/cm/343/aluminiumhaltige-antitranspirantien-tragen-zur-aufnahme-von-aluminium-bei.pdf (Stand: 24.07.2017)

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