Nachtschweiß – Ursachen und Hilfe bei übermäßigem Schwitzen in der Nacht

März 5, 2020
16 Min.

Schwitzen in der Nacht kann viele Ursachen haben: Nicht selten ist eine zu dicke Bettwäsche, eine hohe Umgebungstemperatur oder zu viel Alkohol am Abend Schuld daran, wenn man morgens völlig durchnässt aufwacht. Daneben gibt es jedoch auch Menschen, die ohne erkennbaren Grund und sehr oft darunter leiden. Eine solche krankhafte Form des Schwitzens (Hyperhidrose) kann den Schlaf sehr beeinträchtigen. Welche Ursachen kommen infrage? Und wie lässt sich das Problem behandeln?


Überblick:


Häufig gestellte Fragen zum Thema Nachtschweiß

  • Wann ist Nachtschweiß bedenklich?
    Tritt nächtliches Schwitzen nur gelegentlich auf, besteht kein Grund zur Sorge. Hält der Zustand jedoch über einen längeren Zeitraum an, sollte die Ursache ermittelt werden.1
  • Was tun gegen nächtliches Schwitzen?
    Oftmals hilft es bereits, die Schlafbedingungen zu verbessern. Dafür sollten Sie beispielsweise für eine optimale Raumtemperatur sorgen, auf übermäßigen Alkoholkonsum verzichten und Stress reduzieren. Bessert sich das Schwitzen nicht, ist ein Besuch beim Arzt empfehlenswert.
  • Was kann der Mediziner bei Nachtschweiß tun?
    Er untersucht zunächst, ob Grunderkrankungen vorliegen, die das nächtliche Schwitzen auslösen. Anschließend leitet er eine geeignete Therapie ein.

Was ist Nachtschweiß?

Frau, die an Nachtschweiß leidet, legt sich zur Abkühlung vor den Kühlschrank.

Zwar schwitzt der menschliche Körper auch während normaler nächtlicher Regulationsvorgänge, aber nicht in einem so hohen Ausmaß, wie es beim Nachtschweiß der Fall ist. Bei vielen Betroffenen kommt es zum regelrechten Durchnässen der Kleidung und Bettwäsche. Aber auch leichtere Ausprägungen (zum Beispiel nur an bestimmten Körperstellen) sind möglich.

Oft geht die nächtliche Hyperhidrose zudem mit Schlafstörungen einher: Betroffene wachen aufgrund der Schwitzattacken mitten in der Nacht auf und müssen sich eventuell sogar umziehen. Das führt nicht selten zu Erschöpfung und Müdigkeit am nächsten Tag.

Meist ist die Ursache dafür harmlos und der Nachtschweiß nicht krankhaft: Die Schlafkleidung oder Raumtemperatur ist zu warm und der Körper versucht sich abzukühlen, indem er mehr Schweiß produziert. Durch das Verdunsten der Flüssigkeit auf der Haut entsteht nämlich Kälte, die dazu beiträgt, den Wärmehaushalt des Körpers zu regulieren.

Wenn das nächtliche Schwitzen jedoch überhandnimmt, sollten Betroffene der Sache unbedingt auf den Grund gehen – insbesondere, wenn weitere Symptome wie Gewichtsverlust oder Fieber bemerkt werden. Ursache können akute und auch schwerwiegende Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten sein.

Aha!

Bei der krankhaften Form des Schwitzens (Hyperhidrose) werden zwei Formen unterschieden:

  • Primäre Hyperhidrose: Die Ursache der übermäßigen Schweißproduktion ist bisher nicht bekannt; vermutlich liegt eine komplexe Fehlfunktion vor, die zu einer Übersteuerung der Schweißdrüsen führt
  • Sekundäre Hyperhidrose: Das vermehrte Schwitzen ist Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung (zum Beispiel einer Schilddrüsenüberfunktion)

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Was sind die Ursachen für übermäßiges Schwitzen in der Nacht?

Gehören auch Sie zu den Menschen, die manchmal mit leichtem Feuchtigkeitsfilm auf der Haut oder regelrecht schweißgebadet aufwachen? Dafür gibt es eine Vielzahl möglicher Begründungen:


Ungünstige Schlafbedingungen

Im Sommer staut sich die Hitze im Schlafzimmer, im Winter sind die Heizkörper voll aufgedreht: Ein simpler, aber häufiger Grund für nächtliches Schwitzen ist eine zu hohe Luftfeuchtigkeit oder ein zu warmes Schlafzimmer. Idealerweise sollte die Raumtemperatur zwischen 18 und 21 Grad betragen.2 Aber auch dicke Schlafkleidung oder Bettdecken begünstigen Schwitzattacken.

Ein gestörter Biorhythmus kann sich ebenfalls negativ auf die nächtliche Ruhe auswirken. Wer ständig zu extrem unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht und darüber hinaus zu wenig schläft, strapaziert seinen Organismus. Dieser körperliche Stress begünstigt wiederum das vermehrte Schwitzen in der Nacht.

Genuss von Alkohol oder scharfen Speisen

Auch der Konsum von scharfen Gewürzen, Alkohol, übermäßig viel Kaffee und Drogen fördert die Schweißproduktion und sollte daher vermieden werden.

Die Substanzen kurbeln die Durchblutung an, beschleunigen den Herzschlag und erweitern die Blutgefäße. Die Folge: Unsere Körpertemperatur steigt und der Körper muss zugleich eine Gegenmaßnahme einleiten, um einer Überhitzung vorzubeugen: Er fängt an, Schweiß zu produzieren.

Psychische Ursachen

Psychische und psychosomatische Gründe regen die Schweißabsonderung ebenfalls an. Das haben viele Menschen sicher schon einmal in sehr angespannten Situationen, beispielsweise vor einer Präsentation oder einer Prüfung, akut erfahren: die Hände werden feucht oder es bilden sich lästige Schweißflecken unter den Achseln.

Manchmal werden Probleme aus dem Alltag – bewusst oder unbewusst – mit ins Bett getragen. Persönliche Schicksale, Stress auf der Arbeit oder Konflikte im privaten Bereich sorgen dafür, dass der Körper ständig „unter Strom“ steht und nachts nicht richtig abschalten kann. Denn das Unterbewusstsein ist auch im Schlaf aktiv. Dies kann zu Albträumen und einer verstärkten Schweißproduktion führen.

Aber auch psychische Störungen wie das Burnout-Syndrom oder Depressionen werden häufig von nächtlichen Schwitzattacken begleitet.

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Nebenwirkung von Medikamenten

Nachtschweiß kann zudem als Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten auftreten – insbesondere bei solchen, die das vegetative Nervensystem beeinflussen. Dieses reguliert neben Stoffwechsel und Atmung nämlich auch die Produktion der Schweißdrüsen.

Zu den möglichen Medikamenten, die als Nebenwirkung eine übermäßige Schweißbildung auslösen können, zählen unter anderem:

  • Antidepressiva (vornehmlich zur Behandlung von Depressionen)
  • atypische Neuroleptika (unter anderem zur Behandlung von Schizophrenie)
  • Medikamente gegen Asthma und Bronchitis
  • fiebersenkende Mittel (beispielsweise Paracetamol oder Acetylsalicylsäure)
  • Diabetes-Medikamente
  • Hormonpräparate bei Endometriose (gutartige Wucherung von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut)
  • Präparate zur Hormonblockade (zum Beispiel im Rahmen einer Therapie von Brustkrebs oder Prostatakrebs)

In manchen Fällen ist die nächtliche Hyperhidrose nur eine anfängliche und vorübergehende Erscheinung. Bei anderen Arzneistoffen tritt das Problem erst nach längerer oder nicht verschreibungsgemäßer Einnahme auf.

Wichtig:

Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihre Medikamente starkes nächtliches Schwitzen auslösen, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Er kann gegebenenfalls ein alternatives Mittel verschreiben. Keinesfalls sollten Sie Medikamente jedoch eigenständig absetzen.

Hormonelle Veränderungen

Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) kämpfen oft mit Hitzewallungen und Schweißausbrüchen, sowohl tags- als auch nachtsüber. Die Ursachen hierfür sind wissenschaftlich noch nicht genau geklärt, es wird jedoch vermutet, dass hormonelle Umstellungen (Absinken des Östrogenspiegels) eine Fehlregulation im Wärmezentrum des Gehirns bewirken. Der Körper registriert Temperaturveränderungen und reagiert reflexartig mit Hitzewallungen. Dies führt wiederum zur übermäßigen Schweißproduktion, durch die das System einer Überhitzung vorbeugen möchte.3

Hitzewallungen dauern meist 1 bis 5 Minuten, selten auch bis zu 15 Minuten, an und beginnen oft am Hals, Kopf oder der Brust. Der plötzlichen Hitze können Kälteempfinden und Schüttelfrost folgen. Wie häufig und strak Frauen in den Wechseljahren unter plötzlichen Schweißausbrüchen leiden, ist sehr unterschiedlich.

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Krankheiten als Auslöser für Nachtschweiß

Nachtschweiß kann ebenfalls ein Hinweis auf körperliche Erkrankungen sein (sekundäre Hyperhidrose). Infrage kommen etwa:

  • Infektionskrankheiten (beispielsweise eine Virus-Grippe oder das Pfeiffersche Drüsenfieber) gehen mit einer stark erhöhten Körpertemperatur einher und können in der Nacht von starken Schweißausbrüchen begleitet werden. Das Gleiche gilt für chronische Infektionen wie Tuberkulose oder die Lyme-Borreliose.
  • Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes mellitus sind weitere potenzielle Auslöser von Hyperhidrose. Dabei kann der Nachtschweiß ein mögliches Anzeichen einer sich anbahnenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein.
  • Bei Autoimmunerkrankungen wie einer rheumatoiden Arthritis richtet sich das Immunsystem aus meist unbekannten Gründen gegen den Körper selbst, was zu Entzündungen in betroffenen Körperbereichen führen kann. Diese Überreaktion des Körpers löst mitunter auch eine übermäßige Schweißsekretion während des Schlafes aus.
  • Neurologische Krankheiten wirken sich auf das vegetative Nervensystem aus und können ebenfalls nächtliche Schweißausbrüche bedingen. Betroffen sind zum Beispiel Patienten mit Morbus Parkinson oder Querschnittslähmung.
  • Krebs- und Bluterkrankungen gehören zu den selteneren Ursachen, die aber dennoch in Betracht gezogen werden müssen. Neben anderen unspezifischen Symptomen wie Gewichtsverlust, kann auch Nachtschweiß auf einen bösartigen Tumor oder Leukämie (Blutkrebs) hindeuten.

Gut zu wissen:

Ebenso kommt eine idiopathische (primäre) Hyperhidrose in Betracht, also eine krankhaft gesteigerte Schweißproduktion, ohne einen ersichtlichen Grund und ohne eine andere Krankheit als Auslöser.

Diagnose von Nachtschweiß: Was macht der Arzt?

Bei starkem Schwitzen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Richtiger Ansprechpartner ist Ihr Hausarzt oder ein Hautarzt (Dermatologe). Um die Ursache Ihres Leidens herauszufinden, wird er zunächst alle medizinisch relevanten Informationen erfragen (Anamnese). Sicherlich erkundigt er sich nach folgenden Punkten:

  • der Krankheitsgeschichte
  • der Einnahme von Medikamenten
  • dem Alkoholkonsum
  • dem Stresslevel
  • den Schlafgewohnheiten

Unter Umständen werden daran anschließend Körpertemperatur und Blutdruck gemessen sowie weitere bildgebende Untersuchungen (wie Ultraschall oder Röntgenaufnahmen) durchgeführt. Durch Röntgenaufnahmen kann der Arzt beispielsweise typische Gelenkveränderungen einer rheumatoiden Arthritis sowie Auffälligkeiten der Lunge (wie sie unter anderem bei Tuberkulose typisch sind) erkennen. Blutuntersuchungen geben dem Arzt hingegen Hinweise auf Infektionskrankheiten oder hormonelle Störungen. In manchen Fällen, zum Beispiel bei Verdacht auf Morbus Parkinson, sind zudem neurologische Untersuchungen sinnvoll.

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Wie lässt sich übermäßiges Schwitzen in der Nacht behandeln?

Mann, der an nächtlicher Hyperhidrose leidet, kann nach Behandlung wieder gut schlafen.

Ist der übermäßige Nachtschweiß auf eine bestimmte Krankheit zurückzuführen, liegt der Fokus auf der Behandlung der zugrunde liegenden Ursache. Werden Medikamente als Auslöser identifiziert, kann hingegen die Anpassung der Dosis oder die Wahl eines anderen Präparates – in Absprache mit einem Arzt – zu einer Besserung der Symptome beitragen. Bei Patienten mit psychisch bedingten Schwitzproblemen ist manchmal auch eine psychotherapeutische Unterstützung hilfreich.

Können keine spezifischen Ursachen ausgemacht werden, ist meist eine Veränderung des Lebensstils (siehe Tipps und Hausmittel) von Vorteil. Halten die Schwitzattacken während der nächtlichen Ruhe weiterhin an und bedeuten für den Betroffenen eine starke Belastung (zum Beispiel, weil der Schlaf gestört wird), hat ein auf Hyperhidrose spezialisierter Arzt, meist ein Dermatologe, die Möglichkeit, Medikamente wie Anticholinergika zu verschreiben. Ebenso können pflanzliche Mittel, zum Beispiel mit Salbei, die Behandlung unterstützen.

 

Weitere Optionen sind Injektionen von Nervengift, Stromtherapien (Iontophorese) oder Operationen, bei denen Schweißdrüsen entfernt werden. Ihr Arzt kann Sie über diese Maßnahmen informieren.

Tipps und Hausmittel gegen Nachtschweiß

Oftmals können Sie selbst einiges dazu beitragen, um nächtlichem Schwitzen vorzubeugen oder die ärztliche Therapie zu unterstützen. Als sinnvoll haben sich beispielsweise folgende Maßnahmen erwiesen:

  • Verzichten Sie auf den (übermäßigen) Verzehr von Genussmitteln wie Zigaretten, Kaffee und Alkohol. Diese Genussmittel können die Schweißproduktion fördern.
  • Essen Sie keine besonders fettigen oder scharf gewürzten Lebensmittel – besonders nicht direkt vor dem Zubettgehen.
  • Vermeiden Sie stressige Situationen. Gönnen Sie sich vor dem Einschlafen eine Ruhephase, um vom Alltag abzuschalten. Hören Sie beispielsweise (Entspannungs-)Musik oder lesen Sie in Ruhe ein Buch. Auch ein warmes Bad vor dem Zubettgehen tut meist gut.
  • Schlafen Sie in einem gut gelüfteten Raum. Achten Sie darauf, gerade nachts nicht in einem überheizten Schlafzimmer zu übernachten. Lassen Sie gegebenenfalls das Fenster auf oder öffnen Sie es zumindest für einige Minuten vor dem Zubettgehen. Idealerweise sollte die Zimmertemperatur beim Schlafen 18 bis 21 Grad Celsius haben.2
  • Verzichten Sie auf Bettwäsche aus synthetischen Stoffen, sondern nutzen Sie lieber natürliche Materialien wie Baumwolle, Seide oder Leinen. Diese speichern wenig Wärme und bieten eine gute Feuchtigkeitsregulation.

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Darüber hinaus gibt es ebenfalls pflanzliche Mittel, die die Schweißbildung reduzieren können. Eine besonders bewährte Heilpflanze ist Salbei. Zur Anwendung trinken Sie vor dem Zubettgehen eine Tasse Salbeitee oder nehmen Salbei-Tropfen aus der Apotheke ein. Auch Apfelessig gilt aufgrund seiner adstringierende (zusammenziehenden) Wirkung auf die Schweißdrüsen und antibakteriellen Eigenschaften als wirkungsvolles Hausmittel bei Schwitzen. Tränken Sie ein Tuch oder einen Waschlappen mit etwas Essig und tupfen Sie vor dem Zubettgehen damit besonders schwitzende Körperstellen ein.

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