Therapie gegen Schwitzen zur äußeren Anwendung

April 15, 2015
5 Min.

Jeder kennt sie und die meisten benutzen sie täglich: Lokaltherapeutika als Therapie gegen Schwitzen. Es gibt dabei verschiedene Produkte, die unterschiedliche Vor- und Nachteile besitzen.

Deodorantien und Antitranspirantien gegen Schwitzen

Was sind Lokaltherapeutika?

Unter Lokaltherapeutika versteht man Mittel, die örtlich auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

Diese Lokaltherapeutika gibt es:

Je nachdem, wie stark der Betroffene Schweiß absondert, empfiehlt sich eine jeweils andere Maßnahme, die das Schwitzen entweder angenehmer gestaltet (Deodorants) oder eine richtige Behandlung darstellt (Antitranspirants).

Sind Deodorants als Therapie gegen Schwitzen geeignet?

Die simple Antwort: nein. Deodorants dienen in erster Linie dazu, den Schweißgeruch zu überdecken. Dafür verwenden die Hersteller meist Parfum. Außerdem enthaltene viele Produkte Alkohol, denn der unangenehme Geruch bildet sich erst, wenn Bakterien den Schweiß zersetzen. Alkoholische Inhaltsstoffe sollen somit desinfizierend wirken. Ein Deodorant muss außerdem meist mehrmals täglich aufgefrischt werden, damit der Schweißaustritt nicht als störend empfunden wird. Bei Menschen, die allerdings stärker schwitzen oder sogar unter Hyperhidrose (starke, krankhafte Schweißabsonderung) leiden, sind die Deodorants als Behandlung wirkungslos.

Deocreme oder -seife

Nebens Sprays und Rollern sind diese alternativen Varianten auf dem Vormarsch. Welche Vorteile Creme und Seife gegenüber herkömmlichen Produkten bieten, lesen Sie in unserem Ratgeberartikel.

Starkes Schwitzen: Helfen Antitranspirants als Behandlung?

Wer häufig unter durchnässten Oberteilen leidet – ohne sich körperlich angestrengt zu haben -, dem können Antitranspirants Erleichterung verschaffen. Denn es darf nicht unterschätzt werden, wie sehr unkontrollierter Schweißfluss das Wohlbefinden beeinflusst. Egal, ob im Job oder in der Freizeit: Schweißflecken gelten als unästhetisch und der Geruch ohnehin als unangenehm. Antitranspirants sind eine Möglichkeit der Therapie gegen Schwitzen, ohne dabei zum Beispiel durch eine Schweißdrüsenentfernung operativ einzugreifen.

Der Hauptbestandteil sind Aluminiumsalze. In der Liste der Inhaltsstoffe lassen sie sich an der Bezeichnung Aluminiumchlorid beziehungsweise Aluminium Chlorohydrate erkennen. Aktuell sind sie der einzige Wirkstoff auf dem Markt, der gegen starkes Schwitzen als Behandlung eingesetzt wird. Das positive Resultat ist der Verengung der Schweißdrüsen zu verdanken.

Naturkosmetik bedeutet gleichzeitig ohne Aluminium, oder?

Nein! Für Naturkosmetik dürfen zwar keine chemisch hergestellten Aluminiumsalze verwendet werden. Dafür greifen viele Produzenten auf die natürlich vorkommende Variante Alaun zurück. Inwieweit sich diese auf den Körper auswirkt, wurde noch nicht ausreichend erforscht. Fest steht aber: Auch Naturkosmetik kann Aluminium enthalten. Wissenswertes zum Thema Aluminium erhalten Sie hier.

Was bringen Schwitztücher als Therapie gegen Schwitzen?

Sie besitzen die gleiche Wirkung wie Deodorants oder Antitranspirants, sind aber die praktische Alternative für unterwegs. Wer also zwischendurch eine Auffrischung benötigt, ist mit den Schwitztüchern gut bedient. Je nachdem, welche Wirkung gewünscht ist (bloßes Geruchsüberdecken oder effektive Behandlung gegen das Schwitzen) bieten sich entweder Deotücher oder Antitranspirant-Tücher an.

Schwitztücher statt Spray und Co

Es gibt Situationen, in denen Schwitztücher kleine Retter sind. Mehr Informationen finden Sie in unserem Text.

Gibt es auch eine Therapie gegen Schwitzen von innen?

Ja, die gibt es und sie empfiehlt sich dann, wenn Antitranspirants nicht einsetzbar sind.

Lokaltherapeutika, die direkt an den Stellen des Schwitzens auf die Haut aufgetragen werden, können an diesen Herden auch eine gute Wirksamkeit entfalten. Allerdings gibt es Körperregionen, die sich auf diese Weise nicht oder nur schwer behandeln lassen, wie zum Beispiel das Gesicht. Auch bei einer Hyperhidrose des gesamten Körpers ist eine Therapie mit lokal wirkenden Mitteln nicht möglich beziehungsweise wenig sinnvoll. In diesem Fall kann sich der Einsatz von bestimmten Medikamenten als hilfreich erweisen.

Die sogenannten Anticholinergika zum Beispiel hemmen die Wirkung eines Überträgerstoffs im Nervensystem, der die Schweißdrüsen anregt und somit das Schwitzen fördert. Auch pflanzliche Produkte zum Einnehmen, beispielsweise mit dem natürlichen Schweißkiller Salbei, sind mitunter bei der Therapie von innen empfehlenswert.

Monika Hortig
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Medizinredakteurin
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