So stehen Antitranspirants, Aluminiumchlorid und Deos in Bezug zueinander

April 15, 2015
8 Min.

Schwitzen ist vielen durchaus unangenehm. Vermutlich werden auch Sie verhindern wollen, dass sich unter Ihren Armen große, sichtbare Schweißflecken bilden. Aluminiumhaltige Antitranspirants sind eine Möglichkeit, um vermehrtes Schwitzen unter den Achseln einzudämmen. Wie wirken solche Schweißhemmer? Und befinden sich schweißreduzierende Inhaltstoffe wie Aluminiumchlorid auch in normalen Deos? Lesen Sie hier die Antworten auf diese Fragen.

Antitranspirants – was genau hat es mit diesen Mitteln auf sich?

Ein Mann, der an Hyperhidrose leidet, sprüht gegen den Schweiß ein Antitranspirant oder Deo mit Aluminiumchlorid auf seine Achsel.

Bei Antitranspirants handelt es sich um Stoffe, welche die Schweißdrüsenaktivität reduzieren. Gleichzeitig werden damit Produkte bezeichnet, die mit diesen Substanzen wirken. Besonders für Menschen mit einer übermäßigen Schweißproduktion – von Medizinern auch Hyperhidrose genannt – sind derartige Mittel gegen Schwitzen oftmals von Vorteil.




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Zu den bewährten und gleichzeitig sehr häufig verwendeten Antitranspirants zählen Aluminiumsalze wie etwa Aluminiumchlorid. Letzteres ist eine bestimmte chemische Verbindung aus dem Element Chlor und dem Metall Aluminium.

Antitranspirant vs. Deo: So unterscheiden sich diese Mittel

Falls Sie dachten, dass es sich bei einem Deo auch um ein Antitranspirant handelt, liegen Sie damit leider nicht ganz richtig. Denn für Fachpersonen sind Deos Produkte, in denen keine Aluminiumsalze enthalten sind. Deodorants zielen hauptsächlich darauf ab, den unangenehmen Schweißgeruch zu überdecken – unter anderem mit Duft- und Parfümstoffen. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Antitranspirants jedoch häufig mit „Deos“ gleichgesetzt.

Aluminiumchlorid in Deos: Hilfe beim Schwitzen?

Durch seine speziellen chemischen Eigenschaften wird Aluminiumchlorid in vielen Deos zur Schweißminderung eingesetzt. Kann Deodorant mit Aluminiumchlorid auch bei Hyperhidrose, also krankhaftem Schwitzen, helfen? Welche Nebenwirkungen sind bei Gebrauch möglich?

Aluminiumchlorid, das Salz des Chlorids, bildet in seinem Grundzustand Kristalle, die eine weiße bis gelbliche Farbe besitzen und einen stechenden Geruch aufweisen. In der Kosmetikindustrie wird es meist als Aluminiumchlorid-Hexahydrat angeboten, also in Wasser und Alkohol gelöst. Da die Lösung schweißreduzierend wirkt, wird sie auch bei der Herstellung einiger Deodorants verwendet.

Welche Wirkung hat Aluminiumchlorid in Deodorants?

Die Substanz hat eine sogenannte adstringierende Wirkung, das heißt, dass sie auf Haut und Schleimhäuten einen austrocknenden und entzündungshemmenden Effekt hat. In Deodorants wirkt das Mittel so, dass es die Schweißporen verstopft und es somit zu einer verminderten Schweiß- und Geruchsbildung kommt. Doch nicht nur das. Es kommt zu einem weiteren Phänomen: Beim Auftragen von aluminiumhaltigen Antitranspirants auf den Körper bildet sich eine Art Abdichtungsschicht bestehend aus Aluminium und Eiweißen (Proteinen). Dieser gelartige Film sorgt eine gewisse Zeit lang dafür, dass die Schweißkanäle der Haut verschlossen sind – Schweiß kann nicht mehr nach außen treten.

Bei Hyperhidrose, also krankhaftem Schwitzen, ist die Substanz nur bei leichten Formen anwendbar. Patienten mit einer schwachen axillären Hyperhidrose (Schwitzen unter den Achseln) können ihrem Schweißproblem und dem unangenehmen Geruch zumindest zeitweise Herr werden. Um seine volle Wirkung entfalten zu können, muss die Aluminiumchlorid-Lösung dauerhaft angewendet werden.

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Sind Aluminiumsalze gesundheitsgefährdend?

Trotz der Tatsache, dass Deodorants und aluminiumhaltige Antitranspirants dazu beitragen, den ungeliebten Schweißgeruch zu reduzieren und Schweißflecken sowie unangenehmen Geruch zu vermeiden, versuchen manche Personen, Produkte und Deos mit Aluminiumsalzen zu meiden. Sie sind der Meinung, dass es auf Dauer nicht gesund ist, die Hautporen durch ein Deodorant mit Aluminiumsalzen zu verschließen.

Gut zu wissen

Häufig wird Aluminium in Schweißhemmern mit Brustkrebs und Alzheimer in Verbindung gebracht. Allerdings gibt es keine wissenschaftliche Studie, die eindeutig eine gesundheitliche Gefahr durch Hautprodukten mit Aluminiumchlorid belegt.1 Detaillierte Informationen hierfür hat das Bundesministerium für Risikobewertung zusammengestellt.

Die Konzentration an Aluminiumchlorid in normalen Deos ist in der Regel sehr gering (ein bis zwei Prozent).2 Trotzdem kann es bei Menschen mit einer empfindlichen Haut zu Hautreizungen, Jucken oder Brennen kommen. Die Symptome klingen aber in der Regel schnell wieder ab. Auf frisch rasierter Haut kann das Brennen stärker ausfallen, insbesondere wenn starke Antitranspirants mit einer höheren Konzentration an Aluminiumchlorid (erlaubt sind bis zu 7 Prozent) verwendet werden.1 Aus diesem Grund werden den Mittel oft noch pflegende Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Aloe Vera zugefügt.

So sollten Sie die Mittel anwenden

Es ist immer wichtig, dass Sie Ihre Haut bei der Verwendung von Aluminiumsalzen in Präparaten gegen Schweiß nicht unnötig reizen. Im Folgenden haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen bei diesem Vorhaben helfen können:

  • Achten Sie auf gute Hygiene: Um beispielsweise Juckreiz zu vermeiden, ist es meist von Vorteil, wenn die Hautporen keine Rückstände wie Staub enthalten. Reinigen Sie dafür Ihre Haut vor der Verwendung eines Antitranspirants sanft mit Wasser und trocknen Sie diese danach sorgfältig mit einem Handtuch ab.
  • Vermeiden Sie eine Rasur direkt vor der Anwendung: Wegen der starken Hautreizung sollten Sie nach dem Rasieren der Achselhaare sechs Stunden auf das Auftragen von Deodorants mit Aluminiumchlorid verzichten, um die empfindliche Achselhaut nicht zusätzlich zu belasten.1
  • Nicht mehr als nötig auftragen: Weniger hilft manchmal mehr. Tasten Sie sich am besten an die benötigte Menge eines Schweißhemmers heran. Beginnen Sie mit kleinsten Dosen und steigern Sie diese täglich, bis der gewünschte Effekt – das Reduzieren des Schweißes– erreicht wurde.

Noch ein Hinweis zum Thema Häufigkeit der Anwendung: Antitranspirants müssen anfangs in aller Regel mehrfach täglich aufgetragen werden, am wirkungsvollsten abends vor dem Einschlafen.2 Dann kann die versiegende Schweißproduktion die Aluminiumsalze nicht mehr aus den Ausführungsgängen spülen, so dass sich Pfropfen bilden. Später genügt es, das Mittel alle zwei Tage aufzutragen. Ist die Wirkung unverändert, kann die Anwendung auf einmal wöchentlich beschränkt werden.3

Kleiner Tipp am Rande:

Aluminiumsalze greifen, vor allem in höheren Konzentrationen (bei starken Antitranspirants), Textilien an. Es ist daher ratsam, nach dem Auftragen der Substanz nicht unbedingt das Lieblings-T-Shirt oder die wertvollste Bekleidung zu tragen.

So viele Aluminiumsalze stecken in „Deos“

Ein Mittel der Wahl in der lokalen Therapie der Hyperhidrose – also übermäßiger Schweißabsonderung – sind Metall-, insbesondere Aluminiumsalze.

Bei starker Hyperhidrose sind wesentlich höhere Konzentrationen von etwa 20 bis 30 Prozent erforderlich, um effektiv Abhilfe zu schaffen.2 Diese speziell angemischten Mittel erhalten Sie in der Apotheke. Besonders gut wirken die Schweißhemmer dann bei axillärer Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen unter den Achselhöhlen), weniger dagegen bei Hand- und Fußschweiß. Weil hier mehr Schweißdrüsen vorhanden sind, ist meist eine noch höhere Konzentration erforderlich. Für die Hand- und Fußflächenbehandlung gibt es auch spezielle Puder, die Aluminiumchlord enthalten.

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