Nervig, aber wichtig: Nachschwitzen bei körperlicher Anstrengung

Direkt nach dem schweißtreibenden Training lockt die wohlverdiente Dusche. Doch kaum abgetrocknet und angezogen, rinnt der Schweiß schon wieder über die Stirn. Dieses Phänomen nennt man Nachschwitzen. Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Was tun gegen das Nachschwitzen? Welche Funktion hat das Schwitzen nach dem Duschen überhaupt und welche Tipps gegen Nachschwitzen helfen wirklich? Hier finden Sie die Antworten.

Ursache für Nachschwitzen: Thermoregulation des Körpers beim Sport

Eine Frau schwitzt in der Sauna


Beim Training kommt der Körper auf Hochtemperatur (zwischen 37,5 und 38 Grad Celsius).1 Vor allem bei intensiven Sportarten tropft der Schweiß auch nach dem Training unaufhörlich. Dieses sogenannte Nachschwitzen entsteht, da der Körper durch die Schweißbildung versucht, die hohe Körpertemperatur zu kompensieren.

Folgende Einflüsse und Aktivitäten sorgen dafür, dass der Körper sich erhitzt:

  • körperliche Anstrengung
  • direkte Sonneneinstrahlung
  • warme Temperaturen
  • hohe Luftfeuchtigkeit

Um nicht zu überhitzen, produziert der Körper Schweiß, der über Drüsen an die Hautoberfläche gelangt. Anschließend verdunstet die Flüssigkeit auf der Haut und kühlt den Körper ab, bis die Normaltemperatur von etwa 37 Grad Celsius wieder erreicht ist.2 Diesen Vorgang nennt man Thermoregulation. Das ist also der Grund für das Schwitzen nach dem Duschen beim Sport.

Diese Faktoren begünstigen Nachschwitzen

Wie viel und wie lange Sie nach dem Training nachschwitzen, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Intensität der Belastung spielt eine große Rolle. Je länger und anstrengender das Training war, desto mehr schwitzen Sie nach dem Duschen. Doch: Was tun gegen Nachschwitzen?

Vermeiden Sie nach körperlicher Anstrengung sowohl Stress als auch Hektik und Zeitdruck. Dies sind Faktoren, die Sie wieder ins Schwitzen bringen. Ebenso können Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit Nachschwitzen begünstigen. Genau wie beim normalen Schwitzen, haben Alkohol, Koffein (erhöhen die Herzfrequenz) oder scharfe Speisen (reizt die Rachenschleimhaut und regt dadurch die Durchblutung an) einen Einfluss darauf, wie stark Sie nach dem Sport schwitzen.

Mythos oder Wahrheit: Untrainierte schwitzen beim Sport mehr!

Stimmt nicht, genau im Gegenteil! Sportler schwitzen schneller und effektiver. Beim trainierten Menschen ist der Körper schon an regelmäßige Anstrengung und damit verbundene Schweißbildung gewöhnt. Die Drüsen sind aktiver als bei Untrainierten, weswegen die Schweißproduktion bei Sportlern schneller angeregt wird. Ein Sportler kann in der Stunde bis zu drei Liter Wasser produzieren, Trainingsanfänger hingegen nur knapp einen Liter.3

Nachschwitzen – aber richtig!

Das Training ist vorbei und Sie freuen sich auf Ihre wohlverdiente Couch. Schnell duschen und ab nach Hause. Doch nach der Dusche kommt es erneut zu einem nervigen und unangenehmen Schweißausbruch. Was können Sie dann gegen Nachschwitzen tun? Hier einige Tipps gegen Nachschwitzen:

Nach dem Sport ist es vor allem wichtig, die Herz-Kreislauf-Aktivität und die Atmung wieder zu senken. Hierfür empfehlen sich beispielsweise Auslaufen, Atemübungen und Ausdehnen. In dieser sogenannten Cool-Down-Phase sinkt die Körpertemperatur langsam wieder auf einen normalen Wert von 37 Grad Celsius ab und Ihr Organismus kommt zur Ruhe. Massagen nach dem Sport haben auf den gesamten Körper ebenfalls eine entspannende Wirkung. Hier wird außerdem gleich die Regeneration der Muskulatur angeregt.

Wechseln Sie zudem Ihr nasses Sport-Outfit. Wenn die Kleidung so richtig nass ist, kühlt sie zwar den Körper, aber: Durch das Kälteempfinden reagiert der Organismus erneut mit einer Erhöhung der Temperatur und Sie kommen wieder ins Schwitzen. In der Cool-Down-Phase ist es daher empfehlenswert, ein trockenes Oberteil anzuziehen.

Tipps gegen starkes Nachschwitzen

Wie Sie nun wissen, hat der Schweißausbruch nach dem Sport wichtige Funktionen (Thermoregulation, Entgiftung). Nichtsdestotrotz können Sie einige Vorkehrungen treffen, um das Schwitzen nach dem Duschen etwas zu reduzieren.

Diese Tipps gegen Nachschwitzen helfen dabei, das Schwitzen einzuschränken:

  1. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung: Vermeiden Sie scharfes Essen und verhindern Sie Übergewicht.
  2. Besuchen Sie regelmäßig eine Sauna: Schweißdrüsen können durch die Temperaturschwankungen trainiert werden.
  3. Tragen Sie atmungsaktive Kleidung: Dadurch kann der Körper sich besser an die Temperaturen anpassen.
  4. Versuchen Sie es mit Wechselduschen: Das hat einen regulierenden Einfluss auf den Temperaturhaushalt des Körpers (der Körper wird trainiert, mit schweißtreibenden Reizen besser umzugehen).
  5. Testen Sie Hausmittel: Salbei (Tropfen oder Tee) können ebenfalls helfen.

Neben diesen Tipps ist nach wie vor die wichtigste Regel, sich nach Belastung zu entspannen und mit dem Duschen zu warten, bis sie komplett ausgeschwitzt haben. Das kann das Nachschwitzen gänzlich verhindern.

Lebenselixier Wasser: Bei starkem Nachschwitzen nicht vergessen

Wer schwitzt, sollte unbedingt darauf achten, genug zu trinken. Gerade Sportler verlieren bei einem Training und beim Nachschwitzen viel Schweiß (bis zu 1,5 Liter),3 der wichtig für die Kühlung des Körpers ist. Wenn also nicht ausreichend Wasser im Körper ist, funktioniert auch die natürliche Klimaanlage des Menschen nicht mehr. Dadurch dass die Haut nicht mit ausreichend Flüssigkeit benetzt ist, kann sich der Körper nicht abkühlen und somit die entstandene Körperwärme nicht mehr abgegeben. Die Körpertemperatur steigt an und Sie laufen Gefahr, zu überhitzen.

Ein weiterer Punkt bei Flüssigkeitsmangel ist, dass das Blut dicker wird. Damit ist das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet, da mehr Energie dazu benötigt wird, um das Blut zum Herzen zu pumpen.

Unzureichendes Trinken bei Schwitzen und Sport kann schwerwiegende Folgen haben:

  • Abfall der Leistungsfähigkeit
  • Entstehung von Muskelkrämpfen
  • Aufkommen von Schwindelgefühl und Übelkeit
  • Hitzeschäden wie beispielsweise ein Hitzschlag

Empfohlene Wasserzufuhr beim Sport

Folgende Richtwerte sollen Ihnen dabei helfen, die richtige Trinkmenge beim Sport einzuschätzen:

  1. Belastungen von weniger als 60 Minuten: vorher und nachher 500 Milliliter
  2. Belastungen über 60 Minuten: alle zwanzig Minuten 150 Milliliter
  3. Belastungen über 90 Minuten: jeweils 150 bis 200 Milliliter alle zehn bis zwanzig Minuten

Insgesamt gilt die Faustregel, das eineinhalbfache der ausgeschiedenen Schweißmenge beim Sport nachher an Wasser zu sich nehmen.3


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1Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Wie wird die Körpertemperatur geregelt und was ist Fieber? URL: https://www.gesundheitsinformation.de/wie-wird-die-koerpertemperatur-geregelt-und-was.2347.de.html (07.08.2018)
2 Prof. Dr.-Ing. E. Specht: Der Mensch als wärmetechnisches System. URL: http://www.uni-magdeburg.de/isut/TV/Download/Der_Mensch_als_waermetechnisches_System.pdf (17.07.2018).
3Christoph Raschka: Sport und Ernährung. Stuttgart: Thieme Verlag 2015. S. 84.