Achselschweiß: was tun gegen das Schwitzen unter den Armen?

Schweiß unter der Achsel

Es gibt Momente im Leben, da will man perfekt aussehen – zum Beispiel beim Vorstellungsgespräch oder dem ersten Date. Die Kleiderauswahl wird gut überlegt und das Hemd sorgfältig gebügelt. Doch dann das – unter den Achseln bilden sich handtellergroße Schweißflecken. Wie peinlich! Aber warum schwitzen wir unter den Achseln überhaupt? Und was tun gegen Achselschweiß in unpassenden Momenten?

Krankhaftes Schwitzen unter den Achseln

Das krankhafte Schwitzen unter den Achseln bezeichnet man medizinisch als axilläre Hyperhidrose oder Hyperhidrosis axillaris. Ausgelöst wird die starke Produktion von Achselschweiß im Fall einer primären Hyperhidrose zumeist durch psychische Stress-Situationen oder auch bei Schmerz und Angst. Obliegt die Fehlfunktion des Schwitzen einer sekundären Hyperhidrose, ist die Ursache bei einer anderen Grunderkrankung zu suchen. Die Achseln beziehungsweise die Schweißdrüsen im axillären Schwitzherd verursachen in beiden Fällen oft eine ausgeprägte und sichtbare Durchfeuchtung der Kleidung.

Schwitzen unter den Achseln: Eine nützliche Körperfunktion

Gerade im Sommer ist Achselschweiß für viele Menschen ein echtes Problem. Ständig muss das T-Shirt gewechselt werden, weil es unter den Achseln vom Schweiß feucht geworden ist. Aus diesem Grund hat Schweiß nicht unbedingt einen guten Ruf. Man darf aber auch nicht vergessen, dass Schwitzen eine sehr nützliche Schutzfunktion des Körpers vor Überhitzung ist.

Der Mensch besitzt insgesamt rund zwei Millionen Schweißdrüsen, wovon sich viele in der Achselhöhle befinden. Selbst wenn wir uns nicht körperlich anstrengen und angenehmes Klima herrscht, produzieren diese etwa 100 bis 200 Milliliter Schweiß pro Tag. Bei sportlicher Betätigung oder Hitze kann diese Menge auf das Zehnfache ansteigen. Das wässrige Sekret, das die Schweißdrüsen absondern, sorgt durch die Verdunstung für eine angenehme Kühlung und reguliert unsere Körpertemperatur.

Das sollten Sie über Schweißgeruch wissen:

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Schweiß an Händen oder dem Rücken nicht riecht, unter der Achsel aber häufig schon? Der unangenehme Geruch stammt von dem Sekret sogenannter Duftdrüsen, die neben den normalen Schweißdrüsen nur an bestimmten Körperstellen – wie der Achsel – vorhanden sind. Der frische Schweiß dieser Drüsen ist an sich geruchslos, jedoch sammeln sich unter der Achsel vermehrt Bakterien an, die den Schweiß in seine Bestandteile zersetzen und dabei den typischen Schweißgeruch verursachen.

Gründe für starkes Schwitzen unter den Achseln

Schwitzen unter den Achseln tut folglich jeder – manche mehr, manche weniger. Es gibt jedoch einige Ursachen, die den Achselschweiß verstärken können. Hierzu zählen:

    - Anzeige -

    laulas Banner
  • Hitze:Bei hohen Temperaturen, vor allem bei feuchtwarmer Luft, produzieren die Drüsen mehr Schweiß, um unsere Körpertemperatur kühl halten zu können.
  • körperliche Anstrengung: Beim Sport oder körperlich schwerer Tätigkeit wird mehr Schweiß produziert.
  • Gewicht: Das Körpergewicht hat ebenfalls Einfluss darauf, wie stark wir unter den Achseln schwitzen. Je größer die Körpermasse, desto mehr Schweiß produzieren die Schweißdrüsen, um uns vor Überhitzung zu schützen.
  • hormonelle Schwankungen: Vor allem Frauen in den Wechseljahren leiden häufig an Hitzewallungen, die mit Schweißausbrüchen einhergehen können, da die Veränderungen des Hormonspiegels die Wärmeregulation des Körpers stören.
  • Medikamente: Betablocker oder Antidepressiva – die Liste von Medikamenten, die zu verstärktem Schwitzen unter den Achseln führen, ist lang.

Nicht zu vergessen ist die Psyche, denn wieso ist sonst häufig von „Angstschweiß“ die Rede? Bei Stress oder Nervosität steigt die Aktivität des Sympathikus (Teil des vegetativen Nervensystems, das Organe und Drüsen steuert) an, der das Signal weitergibt, mehr Achselschweiß zu produzieren.

Die axilläre Hyperhidrose

Neben emotional bedingtem oder wärmebedingtem Schwitzen kann jedoch ebenso eine Fehlregulation ein übermäßiges Schwitzen unter den Achseln erklären. Etwa drei Prozent der Deutschen leiden an einer sogenannten Hyperhidrose, bei der der Körper unkontrolliert und übermäßig schwitzt. Betrifft die Hyperhidrose den ganzen Körper, spricht man von einer generalisierten Hyperhidrose. Meistens ist das krankhafte Schwitzen aber nur auf einzelne Areale beschränkt und betrifft vor allem die Achseln – in diesem Fall sprechen Mediziner von einer axillären Hyperhidrose. Grundsätzlich lässt sich die Hyperhidrose in zwei Formen unterteilen:


  • primäre Hyperhidrose: Die genaue Ursache ist bisher nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass sowohl erbliche wie auch psychische Faktoren eine Rolle spielen.
  • sekundäre Hyperhidrose: Wie der Name schon sagt, tritt der verstärkte Achselschweiß als Nebenwirkung bei anderen Krankheit auf.
Wichtig:

Bei starkem Schwitzen unter den Achseln sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Grunderkrankungen wie Stoffwechselerkrankungen oder Tumoren auszuschließen.

Deodorants gegen Achselschweiß

Deodorants sind eine Möglichkeit, um den Schweiß zu bekämpfen. Diese können in Form von Sprays oder Rollern in Drogeriemärkten oder Apotheken erworben werden. Je nach Inhalt, unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Deodorants:
  • Geruchsneutralisierende Deodorants zielen darauf ab, die Bakterienbesiedlung in der Achselhöhle zu verringern und somit den unangenehmen Geruch des Achselschweißes zu neutralisieren. Zudem sind in diesen Deodorants meist ätherische Duftstoffe enthalten, die einen angenehmen Geruch verleihen sollen.
  • Antitranspirante enthalten Aluminiumsalze, die die Schweißdrüsen verstopfen und dadurch die Menge des Achselschweißes verringern. Sie sollten am besten vor dem Schlafengehen aufgetragen werden, da die Schweißdrüsen nachts weniger aktiv sind und der Wirkstoff dann besser eindringen kann.
Gut zu wissen

Deodorants sollten nicht auf bereits verschwitzte Achseln gesprüht werden, weil sie dann nicht mehr so gut wirken. Beseitigen Sie den Achselschweiß zunächst gründlich mit Wasser und Seife, bevor Sie geruchsneutralisierende Deodorants aufsprühen.

Medizinische Behandlungsmethoden bei extremem Achselschweiß

Neben diesen „sanften“ Maßnahmen gibt es noch weitere Behandlungsmethoden, was man gegen Achselschweiß tun kann. Bei Hyperhidrose kommen beispielsweise folgende Therapieformen infrage:

  • Leitungswasser-Iontophorese: Bei diesem Verfahren wird ungefährlicher elektrischer Strom durch die Haut geleitet. Die Haut wird hierzu mit Wasserbädern oder Schwämmen befeuchtet.
  • Sympathektomie: Bei diesem chirurgischen Eingriff, der meist unter Vollnarkose verläuft, werden mehrere kleine Einschnitte in der Achsel vorgenommen. Ziel der Operation ist es, einzelne Nervenganglien, die die Schweißdrüsen anregen, zu durchtrennen.
  • Saugkürettage: Hier wird ebenfalls ein kleiner Schnitt in der Achselhöhle durchgeführt, um an die Schweißdrüsen unter dem Fettgewebe zu gelangen. Der Arzt saugt oder schabt die Schweißdrüsen dann ab.
  • Botulinumtoxin: Auch mit Botox (Nervengift) kann die Achselschweiß-Produktion gestoppt werden. Das Gift blockiert Nerven, die die Produktion von Schweiß anregen.

Da die beschriebenen Behandlungsmöglichkeiten zum Teil mit Komplikationen verbunden sein können, ist eine ausführliche Beratung mit einem Arzt zu empfehlen. Dieser kann individuell empfehlen, welche Methode für Sie am geeignetsten ist. Zum Teil müssen die Behandlungen auch selbst finanziell übernommen werden.

Schweißshirts von laulas®: Sicher geschützt vor AchselschweißfleckenAnzeige >>

Schweißdrüsenabsaugung: So funktioniert sie >>

Fokale Hyperhidrose – örtlich begrenzte Schwitzprobleme >>