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Was tun bei starkem Schwitzen? Sümmeyya Bach von Soummé hat eine Lösung

April 15, 2015
13 Min.

Durchnässte Oberteile und ein großer Leidensdruck – starkes Schwitzen (Hyperhidrose) belastet Betroffene extrem. So auch Sümmeyya Bach, die sich mit der Situation aber nicht abfinden wollte und schließlich ihr eigenes Antitranspirant „Novel Protection“ entwickelte.

Zur Person

Bevor Sümmeyya Bach ihr Unternehmen Soummé 2014 gründete, studierte die Hamburgerin Rechtswissenschaften. Mitte 2015 ging sie schließlich mit dem Verkauf ihres Antitranspirants „Novel Protection“ an den Start und konnte seither über 40.000 Soummé-Produkte an die Frau beziehungsweise den Mann bringen. Dass Ihre Kunden äußerst zufrieden sind, beweisen unter anderem die zahlreichen positiven 5-Sterne-Bewertungen auf der Shopping-Plattform Amazon.


Frau Bach, Sie sind selbst von Hyperhidrose betroffen. Wann haben Sie zum ersten Mal bemerkt, dass Sie deutlich mehr schwitzen als andere?

Als es mir wirklich bewusst wurde, war ich 13 oder 14 Jahre alt. Zu der Zeit habe ich mich mit anderen verglichen und gemerkt, dass meine Mitschüler und Freunde deutlich weniger schwitzen als ich.

Ist das den Mitschülern aufgefallen und hatten Sie dadurch Schwierigkeiten mit ihnen?

Meinen engsten Freunden ist das mit der Zeit schon aufgefallen, denn man verhält sich natürlich auch anders – sei es mit der Kleidung oder der Bewegung. Der Schweiß hat sich bei mir vor allem unter den Armen konzentriert. Aber es war nicht so, dass ich in irgendeiner Form gehänselt wurde.

Mussten Sie auf etwas verzichten, weil Sie sich durch das starke Schwitzen unwohl gefühlt haben?

Ja, definitiv – angefangen bei der Kleidung bis hin zu Aktivitäten. Bestimmte Farben und Stoffe waren zum Beispiel tabu. Auch Veranstaltungen, bei denen es beispielsweise einen Dresscode gab, gestalteten sich als schwierig. Hier kann ich mich auch an ein Beispiel erinnern: Ich habe neben dem Studium in einem Bekleidungsgeschäft gearbeitet. Einmal sollten alle ganz enge, hellgrüne T-Shirts tragen. Das war für mich natürlich ein Problem und ich habe mich dann wirklich einfach geweigert. Mir wäre es egal gewesen, wenn ich dadurch den Job verloren hätte.

Wie sind Sie das Problem zunächst angegangen? Hatten Sie irgendwelche Tricks?

Ich habe zunächst alle herkömmlichen „extra starken“ Deos ausprobiert. Und es hat nichts gebracht. Ich habe Salbeitee versucht, meditiert, um runterzukommen, und mehrere Lagen Kleidung übereinander getragen. Es ist ein Teufelskreis: Man zieht sich dicker an, damit der Schweiß nicht so nach außen dringt, aber dadurch schwitzt man natürlich noch mehr. Ich habe eigentlich alles ausprobiert. Es ging allerdings eher in die Richtung, dass ich auf bestimmte Dinge verzichtet habe.

Haben Sie mit jemandem über Ihr Problem gesprochen?

Freunde wussten das, aber niemand konnte es sich erklären. Ich habe es eher einfach hingenommen. Ich kann mich an eine einschneidende Situation erinnern: Ich holte eine Freundin vom Flughafen ab und es war eiskalt. Ich trug eine dicke Winterjacke und meine Nase war vor Kälte schon ganz rot. Ich hatte erst vor etwa 40 Minuten geduscht, aber durch die dicke Winterjacke zeichneten sich Schweißflecke ab. Meine Freundin meinte, dass das nicht normal sei. Das war eigentlich der ausschlaggebende Punkt, an dem ich sagte: „Okay, ich muss jetzt zum Arzt.“

Wie hat Ihnen der Arzt weitergeholfen?

Ich dachte erst an die Entfernung der Schweißdrüsen, weil ich der Meinung war, dass nur das mir helfen würde.

Der Arzt machte einen Test auf der Haut und meinte danach, dass ich Hyperhidrose hätte und mir das Ganze erklärt. Ich kannte diesen Begriff bis dahin gar nicht. Er verschrieb mir daraufhin eine angemischte Tinktur aus der Apotheke.

Hat diese Tinktur auch nicht geholfen?

Diese Glasflasche aus der Apotheke lag erst einmal zuhause herum, weil ich nicht an die Wirkung glaubte. Dann aber benutzte ich die Tinktur doch: Das Mittel reduzierte das Schwitzen deutlich, aber es hat mir meine Haut „weggeätzt“. Das war unheimlich aggressiv. Es bestand danach immer die Wahl zwischen dem geringeren Übel. Ich dachte mir einfach: „Du musst es nehmen!“ Meine Haut war schon fast entzündet, aber ich wollte nicht darauf verzichten.

Deswegen fragte ich in der Apotheke, ob sie die Tinktur anders dosieren könnten. Sie war dann allerdings zu schwach. Pflegestoffe wollten die Apotheker auch nicht hinzufügen, weil sie angeblich nicht die Mittel dafür hätten und es viel zu aufwendig sei.

War das der ausschlaggebende Punkt, der Sie zur Gründung Ihres Unternehmens Soummé und der Entwicklung des Antitranspirants „Novel Protection“ geführt hat?

Ja. Ich recherchierte und merkte schnell, dass es einen Markt für starke Antitranspirants gibt. Ich besaß zunächst keinerlei Ambitionen, mich selbstständig zu machen. Ich bestellte einige dieser Produkte nach und nach. Es gab entweder welche mit Pflegestoffen, die allerdings zu schwach waren – oder aber generell zu aggressiv oder extrem stanken. Erst danach kam mir die Idee: „Hey, warum machst du das nicht selbst? Warum mischt du dir nicht selbst das perfekte Antitranspirant an?“ Erst einmal nur für mich, für Zuhause.

So führte ein Schritt zum nächsten: Ich bestellte mir ein Lexikon der Rohstoffe. Erst als mir das Produkt so gut gelungen war – was alles natürlich seine Zeit brauchte –, kam mir die Idee, dass ich das doch vermarkten könnte.

So ist also Ihr Unternehmen Soummé und Ihr eigenes Antitranspirant entstanden. Für wen ist Novel Protection eigentlich gedacht?

Für jeden ab 14 Jahren, für Extremschwitzer, aber auch Normalschwitzer. Alle meine Freunde benutzen es, selbst wenn sie keine Probleme mit der Schweißabsonderung haben. Frauen in den Wechseljahren gehören ebenfalls zu unseren Kunden, genauso wie Jugendliche, Sportler und Geschäftsleute.

An welchen Körperstellen kann das Antitranspirant benutzt werden?

An den Achseln, Händen, Füßen, am Rücken und Bauch – natürlich nicht auf den Schleimhäuten. Es ist nur zur äußeren Anwendung gedacht. Man muss aber bei Benutzung an den Händen bedenken, dass es eventuell nicht den gleichen Erfolg hat wie an den Achseln, weil wir Menschen auf den Handflächen viel mehr Schweißdrüsen besitzen. Das Antitranspirant kann das Schwitzen dort zwar reduzieren, allerdings ist es schwer, bei einer stark ausgeprägten Hyperhidrose an den Händen komplett schweißfrei zu bleiben.

„Novel Protection“ gibt es nicht nur als Roller, sondern auch als Tücher – sogenannte Schwitztücher. Sind diese dann für die Anwendung am Kopf und im Gesicht geeignet?

Ja, zum Beispiel auf der Stirn. Sowohl Roller als auch Tücher dürfen überall im Gesicht angewendet werden, solange Sie darauf achten, dass das Mittel nicht in die Augen oder in den Mund gelangt. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Kundin, die unsere Schwitztücher während ihrer Chemotherapie benutzt hat, weil sie so stark am Kopf schwitzte.

Wie sieht die korrekte Anwendung des Antitranspirants aus?

Wichtig ist, dass Novel Protection nur hauchdünn aufgetragen wird – das reicht vollkommen aus. Außerdem sollten Kunden darauf achten, dass sie es, zumindest am Anfang, nicht direkt nach dem Duschen verwenden, denn dann ist die Haut weitaus empfindlicher. Zwischen Anwendung und Rasur sollten 12 Stunden, zu Beginn idealerweise eher 24 Stunden, vergehen. Nicht auf die empfindlichen Stellen um die Achsel herum auftragen und im Idealfall am Abend vor dem Schlafengehen benutzen, denn da kann das Antitranspirant seine Wirkung am besten entfalten.

Bei manchen Menschen schlägt Novel Protection sofort an und sie vertragen es super. Wir haben allerdings auch Kunden, die über Hautreizungen klagen – manche weniger, andere wiederum mehr. Die Wirkung hängt meist mit der richtigen Anwendung zusammen. Wir hatten Kunden, die zum Beispiel von der Zufriedenheitsgarantie Gebrauch machten, also ihr Geld zurück wollten. Es ist zwei, drei Mal vorgekommen, dass uns diese Personen nach einiger Zeit erneut anschrieben und das Geld wieder zurücküberweisen wollten, weil es doch noch gewirkt hat.

Welche Inhaltsstoffe stecken im Produkt?

Zum einen der natürliche Schweißkiller Salbei. Außerdem das Aluminiumchlorid – wobei ich sagen muss, das allein macht noch kein gutes Antitranspirant aus. Im Gegenteil: Es kann auch zu Hautreizungen führen und dann ist die Wirkung hinfällig. Es ist also vielmehr die spezielle Wirkstoffkombination, die das Produkt ausmacht. Wir setzen außerdem auf wertvolle Pflegeinhaltsstoffe, also Aloe Vera, Allantoin und pflanzliches Glycerin. Das alles wurde in die optimale Balance gebracht. Wir verzichten bewusst auf Parabene (Anm. d. Red. Konservierungsstoffe), PEG-Stoffe (Anm. d. Red. Emulgatoren), Parfum, Alkohol oder andere Farbstoffe. Wäre kein Aluminiumchlorid enthalten, könnten wir es genauso gut als Naturkosmetik zertifizieren.

Stichwort Aluminiumchlorid. Es wird in den Medien immer wieder heiß diskutiert, weil es zum Beispiel in Verbindung mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko gebracht wird. Was entgegnen Sie den Menschen, die deswegen unsicher sind, ob Sie ein Antitranspirant mit Aluminiumchlorid verwenden sollen?

Ich habe mich viel damit befasst und muss zusammenfassend sagen, dass zwei Fragen ganz klar zu unterscheiden sind. Die Erste: Tragen Antitranspirants zur Aufnahme von Aluminiumchlorid bei? Die ist zu bejahen. Die zweite Frage: Ist dieses aufgenommene Aluminiumchlorid in irgendeiner Weise ursächlich für Krankheiten wie Brustkrebs? Und diese ist ganz klar zu verneinen.

Hier kann ich als Quelle das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung heranziehen, das sich mit diversen Studien dazu beschäftigt hat: Es ist eindeutig kein nachgewiesener Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminiumchlorid und Brustkrebs zu finden. Zudem muss man sich immer Folgendes bewusst machen: Die erzielte Wirkung – also die Lösung eines großen Problems – sollten Betroffene in Relation mit einer vermeintlichen Gefahr setzen, vor allem in Hinblick auf die nachgewiesene Aufnahme von Aluminiumchlorid über Lebensmittel. Die ist nämlich viel höher. Wir nehmen deutlich größere Menge Aluminiumchlorid zum Beispiel über Bio-Kakao oder Laugengebäck auf. Die Panik-Mache speziell gegen Antitranspirants kann ich somit nicht nachvollziehen. Es gibt natürlich aber auch Werte, die nicht überschritten werden dürfen. Stattdessen sollten Verbraucher auf die zusätzlichen Bestandteile achten, also dass das Antitranspirant keine PEG-Stoffe oder hormonell wirkenden Stoffe enthält.

Betroffene, die unter starkem Schwitzen leiden, stoßen früher oder später ohnehin auf Mittel mit Aluminiumchlorid und informieren sich wahrscheinlich selbst genauer darüber.

Möchten Sie denjenigen Personen, die sich eventuell mit ihrem Problem arrangiert haben, weil sie noch keine passende Lösung finden konnten, etwas mit auf den Weg geben?

Ich kann diesen Frust aus Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Viele der 48-Stunden-Deos oder Antitranspirants haben bei mir keine 15 Minuten überstanden. Wir hatten in den wenigen Jahren viele zufriedene Kunden und die bestätigen die Wirkung sowie den Erfolg von „Novel Protection“. Es ist immer einen Versuch wert. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dem Produkt eine Chance geben. Ich selbst fand die endgültige Lösung für mein Problem auch erst mit Mitte 20 durch mein eigenes Produkt. Wir bieten zudem eine 100-Prozent-Zufriedenheitsgarantie an. Bevor jemand den Schritt der Schweißdrüsenentfernung geht – was im Übrigen auch nicht lange anhält –, sollte derjenige alles ausprobieren.

Vielen Dank, Frau Bach, für dieses sehr interessante Gespräch.

Monika Hortig
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Medizinredakteurin
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