Was tun gegen Schweißfüße? – Tipps & Ursachen

April 14, 2015
10 Min.

Ein Gast zieht in der Regel brav die Schuhe aus, wenn er eingeladen wird. Doch vor allem im Sommer ist dies einigen Menschen sehr unangenehm. Fast ein Drittel der Deutschen klagt über Fußschweiß – und feuchte Tapser auf dem Wohnungsboden machen nicht gerade einen guten Eindruck, ganz zu schweigen von dem Geruch, den die „Stinkefüße“ verbreiten können. Aber was sind die Ursachen und was kann man gegen Schweißfüße tun?


Direkt zum Thema:

  • Ursachen
  • Tipps und Hausmittel
  • Ärztliche Behandlung
  • Krankhaftes Schwitzen unter den Fußsohlen

    Erfrischung gegen Schweißfüße

    Schweißfüße, medizinisch bezeichnet als Hyperhidrosis Plantaris bzw. Hyperhidrosis Pedis, sind neben der Hyperhidrosis Palmaris (Schweißhände) und der Hyperhidrosis Axillaris (Schweiß unter den Achseln) die am häufigsten verbreitete Form von übermäßigem Schwitzen. Die Füße können dabei triefend nass werden und eine Durchfeuchtung des Schuhwerks nach sich ziehen. Manchmal entstehen durch den Fußschweiß Risse in der Haut und die Fußsohlen sowie Zwischenräume der Zehen können schneller von Infektionen wie Fußpilz betroffen sein.

    Was sind die Ursachen von Schweißfüßen?

    Vor allem bei sportlichen Aktivitäten oder hohen Temperaturen schwitzen wir unter den Achseln, am Rücken, an den Händen – und eben auch an den Füßen. Dort befinden sich etwa vier Millionen Schweißdrüsen, die ein wässriges Sekret produzieren können. Dabei ist Schwitzen an sich nichts Schlimmes, sondern eine überlebenswichtige Funktion. Denn Schwitzen ist eine Art natürliche Klimaanlage des Menschen. Durch das Verdunsten des Schweißes, wie des Fußschweißes, wird der Körper abgekühlt und somit die Körpertemperatur reguliert.

    Woher kommt der charakteristische „Käsefuß“-Geruch?

    Schweißfüße werden umgangssprachlich häufig als Käse- oder Stinkefüße bezeichnet, da sie einen übelriechenden Geruch ausströmen können. Frischer Fußschweiß ist genau genommen jedoch geruchsneutral. Erst durch die Zersetzung mit Bakterien entwickeln Schweißfüße ihren charakteristisch ranzigen Geruch. Vor allem im Sommer staut sich in geschlossenen Schuhen oft die Hitze – das feuchtwarme Milieu stellt eine ideale Bedingung für Bakterien dar.

    Tipps und Hausmittel gegen schwitzende Füße

    Wer an Schweißfüßen leidet, kann selbst einige Maßnahmen ergreifen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Die Pflege in diesem Körperbereich ist dabei besonders wichtig. Um den Geruch zu stoppen, können Deos, Cremes, Fußbäder und antibakterielle Schuhsohlen eine Möglichkeit sein. Vor allem Fußbäder verhelfen verschwitzten Füßen kurzfristig zu erfrischenden Momenten. Probieren Sie folgende Tipps und Hausmittel aus:

    1. Wahl von Schuhen und Socken ist entscheidend

    Im Sommer sind insbesondere Schuhe ein wesentlicher Faktor, der Fußschweiß begünstigen kann. Am besten sollten Sie bei hohen Temperaturen offene Schuhe tragen, damit die Füße besser „atmen“ und der Schweiß verdunsten kann. Falls Sie dennoch geschlossene Schuhe bevorzugen, sollten Sie zumindest Schuhe mit atmungsaktivem Material wie Leder wählen. Bei Schuhen aus Plastik sind hingegen Schweißfüße programmiert. Wer im Sommer nicht auf Socken verzichten mag, sollte zumindest Socken aus Baumwolle und nicht aus Synthetik anziehen.

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    2. Fußbäder gegen Schweißfüße nehmen

    Ein altbewährtes Mittel gegen Schweißfüße sind Fußbäder, um Bakterien den Kampf anzusagen und die Füße wieder angenehm duften zu lassen. Fußbäder sind der vermutlich einfachste und günstigste Weg, den Füßen wohltuende Momente zu verschaffen. Leider gehören die Füße zu den eher vernachlässigten Körperteilen bei der Pflege. Bei einem Fußbad können ätherische Öle im Wasser der Haut und den Fußsohlen zusätzlich Linderung bringen. Auch die desinfizierenden Pflanzenbestandteile, die in dem ein oder anderen Badezusatz zu finden sind, wirken sich oft positiv auf beanspruchte Füße aus.

    Gerade in der Haut unter den Fußsohlen befinden sich sehr viele Schweißdrüsen. Das erklärt auch das vermehrte Schwitzen an dieser Stelle. Vor allem, wenn die Füße noch jeden Tag in einer fast hermetisch abgeriegelten Verpackung stecken: den Schuhen! Zeit, den Füßen mit einem Bad eine Wellness-Behandlung zu gönnen. Hierbei gibt es verschiedene Zusätze, die Sie in Ihr Wasser geben können:

    • Natron: Das Allzweckhausmittel Natron hilft mitunter auch gegen Fußschweiß. Da sich Bakterien vor allem in saurem Milieu wohlfühlen und Natron den pH-Wert der Haut leicht erhöht, das heißt in basisches Milieu bringt, blockiert ein Fußbad mit Natron die Ansammlung von Bakterien an den Füßen. Für ein solches Fußbad sollten zwei Esslöffel Natron in zwei Liter warmem Wasser aufgelöst und die Füße etwa 30 Minuten darin eingeweicht werden.
    • Salbei: Ein tägliches Fußbad in Salbeitee verringert ebenfalls unangenehmen Fußgeruch. Der Salbeipflanze wird nachgesagt, die Aktivierung der Schweißdrüsen zu regulieren. Salbei kann übrigens auch innerlich – in Form von Tees oder Bonbons – gegen Schweißfüße helfen.

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    • Lavendelöl: Angenehmen Duft für die Füße bringen ebenfalls einige Tropfen Lavendelöl im Fußbadwasser. Zudem wirkt Lavendel natürlich antibakteriell.
    • Essig: Ebenso kann Essig Bakterien bekämpfen. Mischen Sie ein Drittel Apfelessig mit zwei Dritteln lauwarmem Wasser und baden Sie Ihre Füße für circa 15 Minuten darin.
    • Schwarzer Tee: Eine weitere mögliche Zugabe ist schwarzer Tee. Denn dieser enthält Gerbstoffe, die die Bakterien ebenfalls abtöten können. Geben Sie dafür fünf Beutel Tee in zwei Liter heißes Wasser, lassen Sie es etwas abkühlen und Ihre Füße für etwa 20 Minuten darin baden.
    • Grüner Tee: Die Gerbstoffe im Tee sorgen dafür, dass sich die Poren zusammenziehen und können den Schweißfluss hemmen. Geben Sie eine Handvoll grüne Teeblätter in gut ein bis zwei Liter kochendes Wasser, lassen die Mischung anschließend wieder abkühlen. Ist die Temperatur angenehm, baden Sie etwa für 20 Minuten Ihre Füße darin. Alle zwei Tage anwenden.
    • Johanniskraut, Kamille, Brennnessel, Pfefferminze, Salbei und Kurkurma:

      Jeweils fünf Esslöffel von den getrockneten Pflanzen und zwei Teelöffel Kurkuma in einer Schüssel mit circa acht Litern heißem Wasser aufgießen, leicht abkühlen lassen und die Füße etwa 20 Minuten hineinlegen.

    Nach dem Fußbad sollten Sie Ihre Füße gründlich abtrocknen, bevor Sie Socken oder Schuhe anziehen. Sind die Schweißfüße von einer krankhaften Ausprägung des Schwitzens betroffen, sind Fußbäder nur eine begleitende Maßnahme zur Linderung. Eine starke Hyperhidrose können sie in der Regel nicht selbst auskurieren, andere Therapiewege sind hier erfolgsversprechender. Lassen Sie sich in diesem Fall am besten von Ihrem Hausarzt beraten.

    3. Schuhe desinfizieren

    Wenn Sie mit sauberen Füßen in bereits muffelige Schuhe steigen, müssen Sie sich nicht wundern, wenn Sie schnell Schweißfüße bekommen. Die richtige Schuhreinigung ist das A und O: Sie sollten Ihre Schuhe im Sommer stets gut auslüften und einmal die Woche mit einem Desinfektionsspray einsprühen, um Bakterien abzutöten.

    4. Deo und Puder gegen Fußschweiß

    Nicht nur für die Achseln gibt es Deodorants und andere Pflegeprodukte, sondern auch für die Füße. Deos, Puder oder Lotionen, die Aluminiumchlorid enthalten, verstopfen die Schweißdrüsen und reduzieren somit die Schweißproduktion – und sorgen meist gleichzeitig für einen guten Duft.

    Ärztliche Behandlung von Schweißfüßen

    Diese Tipps helfen nicht gegen Ihr Schweißfuß-Problem? Was Sie jetzt tun sollten, ist einen Arzt aufzusuchen. Übermäßiges Schwitzen kann in seltenen Fällen ein Begleitsymptom ernsthafter Ursachen wie einer Überfunktion der Schilddrüse oder einer Stoffwechselkrankheit sein. Der Arzt kann bei krankhaftem Fußschweiß noch weitere Therapieverfahren vorschlagen. Als Möglichkeiten kommt beispielsweise eine Therapie mit Medikamenten oder eine Botoxbehandlung infrage.

    Lisa Küffner
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    Medizinredakteurin und Medienwissenschaftlerin
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