Schwitzen zwischen der Brust: Ursachen & Tipps

Dezember 1, 2020
8 Min.
Frau fächert sich Luft zu, da ihr sehr warm ist und sie zwischen den Brüsten schwitzt.

Auf dem engen Oberteil zeichnen sich unschöne Schweißflecken unter der Brust ab – vor allem im Sommer kennt manch eine Frau dieses Problem. Selbst wenn es vielen Betroffenen so geht, das vermehrte Schwitzen unter und zwischen den Brüsten wird dadurch nicht angenehmer. Allerdings gibt es einige hilfreiche Tipps.


Überblick:


Häufig gestellte Fragen zum Thema Brustschwitzen

Warum schwitze ich vermehrt zwischen und unter der Brust?
Da an der Brust Haut auf Haut liegt, kann abgegebener Schweiß nur schwer verdunsten und sammelt sich in den Hautfalten an.

Wieso ist das Brustschwitzen nachts besonders stark?
Gründe für Nachtschweiß gibt es verschiedene, beispielsweise zu warme Raumtemperaturen, hormonelle Veränderungen (Schwangerschaft oder Wechseljahre) oder eine Erkältung.

Welche Folgen hat das Busenschwitzen?
Neben unschönen Schweißflecken auf der Kleidung kann es durch das starke Schwitzen sogar zu einem Wundreiben der Haut kommen, welches oft mit Rötungen und Schmerzen einhergeht.

Was hilft gegen Schwitzen im Brustbereich?
Antitranspirants, ein luftiger Kleidungsstil oder das Auftragen von Babypuder auf die Brust sind Tipps, um das Schwitzen zu verhindern.

Schwitzen zwischen und unter der Brust – die Gründe

Generell schwitzt der Mensch, um die eigene Körpertempertur zu regulieren und eine Überhitzung zu verhindern. Vor allem bei warmen Temperaturen, großer körperlicher Anstrengung oder Nervosität schwitzen wir vermehrt. Normalerweise verdunstet der Schweiß schnell auf der Hautoberfläche und sorgt so für einen kühlenden Effekt.

Doch vor allem in Hautfalten – wie an Achseln, am Po oder eben im Brustbereich – kann der Schweiß nur schwer verdunsten und sammelt sich an. Das zeigt sich beispielsweise durch Schweißflecken, die sich auf der Kleidung abzeichnen. Das Tragen von synthetischer Kleidung (Oberteile oder BHs) verstärkt das Schwitzen an der Brust mitunter, da diese Materialien kaum atmungsaktiv sind und so der Schweiß kaum verdunstet.

Übrigens: Nicht nur bei Frauen kommt es zu Brustschwitzen. Auch Männer sind vom Schwitzen im Brustbereich betroffen. Jedoch verdunstet der abgesonderte Schweiß bei ihnen auf der flachen Hautoberfläche in der Regel leichter und sammelt sich nicht in Hautfalten an.

Wieso schwitze ich nachts besonders stark zwischen den Brüsten?

Bei manch einem Betroffenen zeigt sich das Brustschwitzen vor allem während der Nacht verstärkt. Dafür kommen verschiedene Gründe in Frage:

  • äußere Auslöser: warme Raumtemperaturen oder zu dicke Bettwäsche
  • hormonelle Veränderungen: beispielsweise zu Beginn der Wechseljahre
  • psychische Belastungen: zum Beispiel Sorgen, die nachts wach halten
  • Erkrankungen: etwa Infektionskrankheiten wie eine Erkältung

Um auszuschließen, dass eine ernste Erkrankung den Grund für anhaltendes nächtliches Schwitzen darstellt – unabhängig davon, ob im Brustbereich oder an anderen Körperstellen – ist es immer ratsam, einen Mediziner (Allgemein- oder Hautarzt) zur genaueren Abklärung der Ursache aufzusuchen.

Mögliche Folgen von Brustschwitzen

Wer denkt, dass Busenschwitzen ein rein optisches Problem ist, liegt falsch. Durch Bewegung (zum Beispiel beim Sport) reibt die feuchte Haut aneinander. Mitunter kann es dadurch sogar zum Wundreiben kommen. Die gereizte Haut schmerzt häufig und geht meist mit

  • Rötungen,
  • Juckreiz oder
  • einem Spannungsgefühl

einher. Im schlimmsten Fall sind sogar offene Stellen, Blutungen und Entzündungen der Haut aufgrund des Wundreibens am Busen denkbar.

Gut zu wissen

Wundreiben durch starkes Schwitzen kommt nicht nur im Brustbereich vor. Viele Frauen kennen das Problem von wunden Oberschenkel-Innenseiten im Sommer, wenn sie Kleider, kurze Röcke oder Hosen tragen, schwitzen und dann Haut auf Haut reibt.

Was tun gegen das Schwitzen im Brustbereich?

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Betroffenen bei Brustschwitzen helfen können. Dazu gehören:

  • Antitranspirants: Diese Mittel reduzieren die Aktivität der Schweißdrüsen, folglich wird weniger geschwitzt. Antitranspirants können nicht nur unter den Achseln, sondern auch im Brustbereich Anwendung finden.
  • Angepasste Kleidung: Wer zum Schwitzen zwischen der Brust neigt, sollte auf einen luftigen Kleidungsstil achten, da so die Luft zwischen Stoff und Haut besser zirkulieren und entweichen kann. Zudem empfehlen sich atmungsaktive Kleidungsstücke, zum Beispiel aus Baumwolle oder Leinen.
  • Babypuder: Schon lange ist das Babypuder kein Geheimtipp mehr, sondern ein bewährtes Mittel unter Frauen – egal ob bei Busenschwitzen oder aneinanderreibenden Oberschenkeln im Sommer. Etwas Pulver wird einfach gleichmäßig auf den betroffenen Hautabschnitt gegeben. Die enthaltenen Inhaltsstoffe halten die Haut beim Schwitzen trocken. Zwar reibt sich das Puder nach einiger Zeit ab und muss erneut aufgetragen werden, dafür ist es preisgünstig in jeder Drogerie erhältlich und pflegt gleichzeitig die Haut.
  • BH-Einlagen: Um den Schweiß direkt an der Brust aufzunehmen, können selbstgebastelte BH-Einlagen sinnvoll sein. Dafür einfach zwei Slipeinlagen auf die Größe und Form des BHs zuschneiden und auf die Innenseite der Körbchen kleben – fertig.

Da das Schwitzen zwischen der Brust viele Frauen betrifft, reagiert der Handel darauf. Mittlerweile gibt es spezielle Brust-Handtücher oder Baumwolleinlagen für den BH, die als besonders saugfähig gelten und als Unterbrust-Schwitzschutz fungieren. Ob diese Produkte sinnvoll sind, muss jeder für sich selbst entscheiden und gegebenenfalls ausprobieren.

Was hilft bei Wundreiben im Brustbereich?

Die betroffene Hautstelle sollten Sie zunächst sanft reinigen, zum Beispiel mit einer antibakteriellen Seife und anschließend behutsam mit einem Handtuch trocknen. Geben Sie dann eine pflegende Salbe auf die Haut, um deren Regeneration zu fördern. Meiden Sie in nächster Zeit erneute Irritationen durch starkes Schwitzen. Erholt sich die Haut nach wenigen Tagen nicht deutlich, indem etwa die Rötung verschwindet, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen.

Pauline Zäh
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Medizinredakteurin
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