Betablocker und Co.

Weitere Substanzgruppen, die in Einzelfällen helfen könnten

Es gibt eine Reihe weiterer Medikamente, von denen es vereinzelt Berichte über die Wirksamkeit bei starkem Schwitzen gibt, die allerdings nicht in wissenschaftlichen Studien untersucht wurden und bei denen Hyperhidrose nicht als Anwendungsgebiet (Indikation) von den Zulassungsbehörden genehmigt ist.

Wirkt zum Beispiel ein blutdrucksenkendes Medikament auch gegen Schwitzen, wurde aber nur zur Blutdrucksenkung, nicht aber gegen Hyperhidrose zugelassen, dann kann es der Arzt zwar zulassungsüberschreitend“ verordnen. Aber es gehört nicht zu denen, für die es wissenschaftliche Nachweise der Wirksamkeit bei Hyperhidrose gibt.

Zu diesen Medikamenten gehören unter anderem:

  • Betablocker, die bestimmungsgemäß zur Blutdrucksenkung und bei verengten Herzkranzgefäßen eingesetzt werden
  • Kalziumkanalblocker, die bestimmungsgemäß ebenfalls zur Blutdrucksenkung und bei verengten Herzkranzgefäßen sowie bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden
  • Sympatholytika (auch: Antisympathotonika) wie Clonidin, das ebenfalls zur Blutdrucksenkung verordnet wird, aber auch zur Behandlung eines Entzugssyndroms
  • Psychopharmaka wie Beruhigungsmittel, angstlösende Medikamente, Antidepressiva

„Zulassungsüberschreitende“ Verordnung

Wegen vielfältiger Nebenwirkungen und nicht ausreichenden Studien in Bezug auf die Behandlung des vermehrten Schwitzens werden diese Medikamente Hyperhidrose-Patienten nur in Einzelfällen verordnet.