Frey-Syndrom: Krankhaftes Schwitzen beim Essen

Viele Menschen lieben scharfes Essen. Es kann gar nicht genug Tabasco auf der Pizza oder im Chili sein. Dabei kommen wir beim Essen feurig-scharfer Speisen im wahrsten Sinne ins Schwitzen. Schwitzen beim Essen bestimmter Nahrungsmittel ist ganz normal. Der Körper interpretiert die Schärfe als Hitze und reagiert zur Abkühlung mit Schweißbildung. Ständig starkes Schwitzen beim Essen im Gesicht kann aber auch krankhaft bedingt sein. Mehr darüber erfahren Sie hier.

Unterschied zwischen normalem und krankhaftem Schwitzen beim Essen auf einem Blick

  • Starkes Schwitzen beim Essen kann den natürlichen Umständen (Hitze, Schärfe) bedingt oder körperlichen Ursprungs sein, wobei hier auch zwischen normal und übermäßig unterschieden werden kann. Hinweis darauf liefert das symmetrische Schwitzen an beiden Wangen oder an der kompletten Oberlippe. Auch die Stirn ist oft, über die gesamte Breite, durch das Schwitzen betroffen.
  • Das Frey-Syndrom wird hingegen durch eine pathologische Störung (krankheitsbedingt) hervorgerufen. Typisches Kennzeichen für das Schwitzen beim Essen ist der ungleichmäßige Verlauf im Gesichtsbereich.

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Schwitzen beim Essen – nicht nur bei Schärfe

Schwitzen beim Essen kann durch scharfes Essen wie Chillischoten hervorgerufen werden

Stellen Sie sich vor, Sie beißen in eine scharfe Chilischote. Wie reagiert der Körper? Wir alle haben schon mal etwas zu Scharfes gegessen und können uns deshalb wahrscheinlich gut in die Situation hineinversetzten: plötzlich wird das Gesicht ganz heiß und wir fangen an zu schwitzen. Menschen, die an einem Frey-Syndrom beziehungsweise aurikulotemporales Syndrom leiden, kommen nicht nur bei scharfen Speisen, sondern bei jeglichem Essen ins Schwitzen.

Starkes Schwitzen beim Essen im Gesicht (gustatorische Hyperhidrose) ist eine Sonderform des krankhaften Schwitzens (Hyperhidrose), das durch den Genuss bestimmter Getränke oder Speisen – vor allem sehr heiße oder scharfe – ausgelöst wird. Unter den eher seltenen Formen der Hyperhidrose ist das „Geschmacksschwitzen“ am weitesten verbreitet. Es äußert sich, wenn sogenannte gustatorische Reize in Kraft treten. Das sind (Geschmacks-)Reize wie essen, kauen, lutschen, schmecken oder beißen. Scharfe Speisen regen die Durchblutung an und der Körper produziert mehr Schweiß, um uns vor Überhitzung zu schützen. Da der Übergang von normalen Schwitzen beim Essen und einer gustatorischen Hyperhidrose fließend sein kann, ist diese oftmals nur schwierig zu kategorisieren.

Davon zu unterscheiden ist das Frey-Syndrom, bei dem das starke Schwitzen beim Essen auf eine neurologische Erkrankung durch Störungen der Speicheldrüse zurückzuführen ist. Dabei kommt es hauptsächlich im Gesichts- und Halsbereich zu einer verstärkten Schweißproduktion.

Psychische Auswirkungen der gustatorischen Hyperhidrose:

Bei ständig starkem Schwitzen im Gesicht beim Essen sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Da sich das Schwitzen im Gesicht schlecht verheimlichen lässt, leiden Erkrankte auch psychisch enorm unter den Schwitzattacken und ziehen sich oft sozial zurück.

Was sind die Ursachen beim Frey-Syndrom?

Das Frey-Syndrom wurde nach der polnischen Neurologin Łucja Frey-Gottesman benannt, die das Krankheitsbild erstmals 1923 beschrieb. Ausgelöst wird die gustatorische Hyperhidrose häufig in Folge eines Traumas oder einer Operation an der Ohr- oder Unterkieferspeicheldrüse. Bei der Regeneration der geschädigten Nerven kann es passieren, dass die Impulse fehlgeleitet werden und fälschlicherweise an Schweißdrüsen andocken, die die Schweißsekretion steuern, anstatt an den Speicheldrüsen. Während gesunden Menschen das Wasser im Mund zusammenläuft, steht Menschen, die am Frey-Syndrom leiden, das Wasser buchstäblich auf der Stirn.

Diese krankhafte Form des Geschmacksschwitzens führt in der Regel zu einseitigem Schwitzen (transpirieren) im Bereich der Wange. Aber auch andere große Hautflächen im Kopfbereich können betroffen sein. Erkennungsmerkmal ist das einseitige Schwitzen nur auf einer Gesichtshälfte. Zusätzlich kommen relativ häufig Schmerzen, Schwellungen Hautrötungen und Gefühlsstörungen in dem jeweiligen Bereich hinzu.

Gut zu wissen:

Ständiges Schwitzen im Gesicht belastet auch die Haut. Durch die Feuchtigkeit weicht die Hornschicht auf und erleichtert Bakterien, Viren und Pilzen die Ansiedlung. Dadurch kommt es häufiger zu Hautproblemen wie Pickel oder Infektionen.

Ärztliche Behandlung des Frey-Syndroms

Der Arzt kann zunächst einen Jod-Stärke-Test durchführen, um die genauen Schwitzstellen näher zu lokalisieren. Dazu bestreicht der Mediziner die Haut des Patienten mit einer alkoholischen Lösung, die zehn Prozent Rizinusöl und 1,5 Prozent Jod enthält. Anschließend wird die Haut mit Stärkepulver bestäubt und gustatorische Reize ausgelöst. An den Stellen, wo übermäßig viel Schweiß abgesondert wird, verfärbt sich die Haut blau. Was aber kann der Arzt beim Frey-Syndrom tun?

Bei einer weniger starken Ausprägung kann der Arzt spezielle Antitranspirante fürs Gesicht empfehlen. Das sind Deodorants, die Aluminiumsalze enthalten. Diese verstopfen die Schweißdrüsen, wodurch die Schweißbildung reduziert wird. Alternativ kommt noch eine Behandlung mit Nervengift infrage – die bewährteste Therapie bei einer gustatorischen Hyperhidrose. Dabei wird ein Wirkstoff, der normalerweise zur Faltenbehandlung eingesetzt wird, unter die Haut der entsprechenden Hautareale im Gesicht gespritzt. Das Nervengift wirkt sich auf die Nervenimpulse aus und blockiert die Signalübertragung, wodurch die Schweißproduktion deutlich gehemmt werden kann. Nachteil ist, dass die Behandlung im Gesicht sehr schmerzhaft sein kann und nach einem halben Jahr wiederholt werden muss.


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Allgemeine Tipps gegen Schwitzen beim Essen

Bei einer leichten Form der Hyperhidrose, der keine neurologische Erkrankung zugrunde liegt, können Sie einige Ernährungstipps beachten, um die Schweißbildung nicht zusätzlich zu provozieren:

  • Verzichten Sie auf scharfe Gewürze wie Pfeffer, Chilischoten, Peperoni, Senf oder Curry. Scharfe Lebensmittel erweitern die Gefäße und erhöhen den Herzschlag, wodurch der Körper mehr Schweiß produziert.
  • Trinken Sie Salbeitee. Salbei gilt als Schweißkiller, der die Schweißbildung auf natürliche Weise hemmt und gleichzeitig der Vermehrung geruchsfördernder Bakterien entgegenwirkt. Wer nicht so gerne Tee trinkt, kann alternativ zu Fertigpräparaten aus der Apotheke greifen. Dort sind Extrakte aus Salbeiblättern in Form von Tabletten und Tropfen erhältlich.
  • Meiden Sie Koffein und Alkohol. Gegen eine Tasse Kaffee ist nichts einzuwenden, darüber hinaus sollten Sie jedoch Ihren Kaffeekonsum etwas einschränken. Das Gleiche gilt für Alkohol und Nikotin. Die Genussmittel wirken anregend und sorgen dafür, dass die Schweißproduktion angekurbelt wird.

Übergewicht und gustatorische Hyperhidrose hängen zwar nicht unmittelbar zusammen, jedoch reagiert der Körper von Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) etwas anders auf Anstrengung als von normalgewichtigen Menschen, weshalb übergewichtige Menschen häufig mehr Schwitzen. Deshalb ist auch die Gewichtsreduzierung eine Möglichkeit, um Schwitzen beim Essen vorzubeugen.

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