Schwitzen bei Erkältung: Ursachen und Hilfe

April 28, 2020
9 Min.

Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind typische Symptome einer Erkältung. Darüber hinaus schwitzen einige Betroffene vermehrt – häufig dann, wenn die Infektion mit Fieber einhergeht. Doch was genau steckt dahinter? Und welche Behandlungsmaßnahmen sind nun sinnvoll?

Frau liegt mit Erkältung auf dem Sofa: Bei einem Infekt kann es zu vermehrtem Schwitzen kommen.

Überblick:

Kurzer Abriss: Was ist eine Erkältung?

Von einer Erkältung – auch als grippaler Infekt bezeichnet – sind Erwachsene jährlich bis zu viermal betroffen.1 Das ist nicht weiter verwunderlich, denn es gibt über 200 Virenarten, welche die Infektion der Atemwege hervorrufen können.2

Ist das Immunsystem geschwächt, dringen die Erreger über die Schleimhaut von Nase und Rachenraum in den Körper ein. Etwa zwei bis vier Tage nach der Ansteckung bemerken die meisten Menschen die ersten Symptome, typischerweise sind das:3

  • Schnupfen
  • häufiges Niesen
  • Halsschmerzen, Schluckbeschwerden
  • trockener Reizhusten
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Im Rahmen eines grippalen Infekts kann es bei einigen Betroffenen zudem zu Fieber kommen, also einer Erhöhung der Temperatur über die normale Körpertemperatur (um die 37 Grad Celsius) hinaus.4 Dabei handelt es sich um eine natürliche Reaktion, um den Organismus im Kampf gegen die eingedrungenen Erkältungsviren zu unterstützen. Denn viele Krankheitserreger können bei gesteigerten Temperaturen nicht überleben.

Bei der Steigerung der Körpertemperatur wird unterschieden zwischen:4

  • erhöhte Temperatur: 37,5 bis 38 Grad Celsius
  • leichtes Fieber: 38,1 bis 38,5 Grad Celsius
  • mäßiges Fieber: 38,6 bis 39 Grad Celsius
  • hohes Fieber: 39,1 bis 39,9 Grad Celsius
  • sehr hohes Fieber: 40 bis 42 Grad Celsius (kann gefährlich werden, daher ist sehr hohes Fieber ein Fall für den Arzt)

Aber nicht nur bei einer normalen Erkältung kann es zu Fieber kommen. Wesentlich häufiger tritt das Symptom bei der echten Grippe (Influenza) auf. Neben erhöhter Temperatur geht diese mit einem starken Krankheitsgefühl und heftigeren Symptomen als die Erkältung einher. Wie lange das Fieber anhält, hängt dabei vom Krankheitsverlauf der Grippe ab – meist dauert es 3 bis 4 Tage.5

Erkältung mit Fieber: Wie kommt es zum Schwitzen?

Zunächst einmal: Der Anstieg des Fiebers kündigt sich oftmals durch Schüttelfrost (Frieren) an. Mithilfe des unwillkürlichen, raschen Zusammenziehens der Muskulatur (Kontraktionen) versucht der Körper Wärme zu erzeugen – die Temperatur steigt. In der Folge laufen einige körperliche Vorgänge schneller ab, beispielsweise gelangen die Abwehrzellen rascher zum geschädigten Geweben und können dort Krankheitserreger bekämpfen.

Dem gegenüber geht ein Absinken des Fiebers häufig mit vermehrtem Schwitzen einher. Und das ist gut so, denn die nun überschüssige Wärme wird über die vermehrte Schweißproduktion nach außen abgegeben. Der Schweiß verdunstet auf der Haut und sorgt so für zusätzliche Abkühlung. So kann sich die Körpertemperatur wieder regulieren.

Durch das Schwitzen und den Abfall der Körpertemperatur kann es sein, dass Betroffene leichter frieren. Achten Sie deshalb darauf, sich warm einzupacken und Ihre durchschwitzten Klamotten regelmäßig zu wechseln.

Warum schwitzen viele Patienten nachts?

Einerseits kann das Fieber auch nachts sinken, weswegen es zu einer vermehrten Schweißabgabe kommt. Andererseits spielt mitunter die Schlafumgebung eine Rolle. Wer beispielsweise in einem zu warmen Raum (über 18 Grad Celsius) schläft oder zu warme Kleidung trägt, schwitzt unter Umständen ebenfalls vermehrt nachts .6

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Schwitzen ohne erkältungsbedingtes Fieber: Was ist die Ursache?

Nicht immer muss es im Rahmen einer Erkältung zu Fieber und Schweißausbrüchen kommen – es gibt zahlreiche andere Gründe, die für das Schwitzen verantwortlich sind. Unter anderem können folgende Faktoren zu einer vermehrten Schweißproduktion führen:

Eine weitere Ursache für eine übermäßige Schweißproduktion ist die Hyperhidrose. Hinter dem krankhaften Schwitzen steckt entweder eine andere Erkrankung beziehungsweise Beschwerde (sekundäre Hyperhidrose), beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus oder die Wechseljahre. Alternativ kann das Schwitzen auch unabhängig von Krankheiten auftreten (primäre Hyperhidrose). In diesem Fall liegt eine Fehlregulation des Nervensystems vor, wobei der Sympathikus (ein Teil des Nervensystems) überaktiv ist und die Schweißdrüsen anregt.

Fieber und Schwitzen – das können Sie dagegen tun

Bei erkältungsbedingtem Fieber handelt es sich um eine natürliche – und nützliche – Reaktion des Körpers, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Mit dem anschließenden Schwitzen gibt der Körper die vorher benötigte Wärme wieder ab. Diesem Vorgang sollten Sie seinen Lauf lassen. Stattdessen ist nun vor allem eines wichtig: sich ausruhen.

Weitere Maßnahmen, die Sie bei Fieber und Schwitzen ergreifen sollten, sind:

  • Kuscheln Sie sich in eine leichte Decke. Wer sich zu warm einpackt, riskiert einen Wärmestau.
  • Wenn Sie viel schwitzen, ist es wichtig, feuchte Kleidung und Bettwäsche regelmäßig zu wechseln, damit Sie nicht frieren. Nachts bietet es sich an, Wechselkleidung neben das Bett zu legen. Außerdem empfiehlt es sich, Bettwäsche zum Beispiel aus Leinen zu nehmen, da sie Feuchtigkeit gut aufnimmt.
  • Durch das fieberbedingte Schwitzen verliert der Körper vermehrt Flüssigkeit, weshalb Sie ausreichend trinken sollten. Vor allem ältere Menschen und Kinder müssen darauf achten, nicht auszutrocknen. Deshalb: Nehmen Sie mindestens die empfohlenen 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee am Tag zu sich.7
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem – ein Tipp, den es auch vorbeugend zu beherzigen gilt. Dazu zählt sowohl eine ausgewogene, gesunde Ernährung (Zink, Vitamin C und Co.) als auch ausreichend Bewegung. Wer krank ist und sich dennoch fit genug fühlt, kann deshalb gerne einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft machen.

Infekt in der Sauna ausschwitzen – eine gute Idee?

Zur Vorbeugung einer Erkältung ist der regelmäßige Gang in die Sauna zu empfehlen, da er das körpereigene Abwehrsystem ankurbelt. Wer jedoch bereits erkältet ist und an Fieber (mit oder ohne Schwitzen) leidet, sollte lieber davon absehen. Denn die Hitze ist für das ohnehin geschwächte Immunsystem sowie den Kreislauf eine zusätzliche Belastung. Da der Körper nun damit beschäftigt ist, mit der hohen Temperatur zurechtzukommen, fehlt ihm die Energie für den Kampf gegen die Krankheitserreger. Die Symptome des grippalen Infekts können sich bei einem Saunagang also noch verschlimmern. Zudem besteht beim Saunieren in einer öffentlichen Einrichtung Ansteckungsgefahr für die anderen Gäste.

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In der Regel ist der Infekt und das unangenehme Schwitzen – auch ohne Behandlung – nach etwa einer Woche überstanden.3 Wer die lästigen Begleiterscheinungen einer Erkältung dennoch lindern möchte, kann auf Medikamente aus der Apotheke zurückgreifen. So gibt es beispielsweise schmerzstillende Präparate gegen Kopfschmerzen oder Nasensprays, die für freies Durchatmen sorgen. Darüber hinaus haben sich verschiedene Hausmittel bewährt: Ein abschwellender Effekt auf die Nasenschleimhaut kann ebenfalls mit einer Dampfinhalationen erreicht werden. Dagegen ist das Gurgeln mit Kräutertees aus Salbei oder Kamille ein gutes Hausmittel bei Halsschmerzen.

Sofern sich die Symptome nach einer Woche nicht bessern oder sich diese gar verschlechtern, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er kann der Ursache auf den Grund gehen und eine geeignete Behandlung anordnen.


Tanja Albert
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Medizinredakteurin
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