Pflanzliche Mittel: Hilfe gegen Schwitzen

Pflanzliche Mittel gegen Schwitzen wie Salbei, Johanniskraut, Walnussblätter und Co. unterstützen Menschen, die an starkem oder krankhaftem Schwitzen (Hyperhidrose) leiden.

Neben Aluminiumsalzen gibt es zur Behandlung von starkem oder krankhaftem Schwitzen (Hyperhidrose) auch pflanzliche Mittel. Darunter sind Stoffe, die den Schweißfluss eindämmen, und Stoffe, die lediglich den Geruch überdecken oder Schweiß aufsaugen. Welche pflanzlichen Mittel und Kräuter gegen Schwitzen helfen, erfahren sie hier.



Pflanzliche Mittel gegen Schwitzen

Auch Walnussblätter, Eichenrinde und Zimt kommen bei vermehrter Schweißabsonderung zum Einsatz.

Welche pflanzlichen Mittel und Kräuter helfen gegen Schwitzen?

Wirksame Stoffe gegen Schwitzen sind Adstringentien, wie beispielsweise Aluminiumchlorid. Diese haben eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung auf die Schweißdrüsen und verhindern so starkes Schwitzen. Es gibt aber auch eine Reihe pflanzlicher Mittel und Kräuter, die Betroffene gegen starkes Schwitzen und Hyperhidrose einsetzen können:

1. Apfelessig

  • zieht die Schweißdrüsen zusammen
  • reguliert den pH-Wert der Haut

Vor dem Zubettgehen die stark schwitzenden Stellen mit einem in Apfelessig getränkten Waschlappen abtupfen, über Nacht einwirken lassen und morgens abduschen.

2. Bockshornklee

  • hat einen beruhigenden Effekt auf die Schweißdrüsen
  • wirkt antibakteriell und somit gegen Schweißgeruch

Für die Zubereitung eines Bockshornklee-Bades 12 gehäufte Löffel der Samen (erhältlich in der Apotheke) in 1 Liter kaltem Wasser ansetzen und 6 Stunden ziehen lassen. Danach kurz aufkochen und anschließend warten, bis der Sud erkaltet. Die Tinktur dann zum Badewasser hinzugeben und mindestens 15 Minuten darin baden.

3. Natron

  • beseitigt Bakterien, die für den Schweißgeruch verantwortlich sind
  • besitzt einen austrocknenden Effekt auf die Haut

Das Natron so mit Wasser anrühren, dass eine breiige Paste entsteht. Diese dann am Abend auf die stark schwitzenden Stellen auftragen und nach 15 Minuten abspülen.

4. Salbei

  • enthaltene Gerbstoffe haben eine adstringierende Wirkung
  • ätherische Öle wirken beruhigend auf das Nervensystem und somit auf die Schweißdrüsen

Für die Zubereitung eines Salbei-Tees 3 Gramm geschnittene Blätter mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen und anschließend trinken.1

5. Walnussblätter

  • enthalten 10 Prozent Gerbstoffe, die die Schweißdrüsen zusammenziehen
  • weist eine antibakterielle Wirkung auf2

1,5 Gramm fein geschnittene Walnussblätter aus der Apotheke in kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen und nach 3 bis 4 Minuten durch ein Sieb geben. Trinken Sie ein bis dreimal täglich eine Tasse Walnussblättertee.1

6. Eichenrinde

  • die Gerbstoffe der Eichenrinde haben eine adstringierende Wirkung
  • wirkt antibakteriell

3 Esslöffel Eichenrinde (in der Apotheke erhältlich) mit 1 Liter Wasser zum Sieden bringen, 15 Minuten kochen lassen, abseihen und zum Badewasser hinzugeben.3

7. Zimt

  • hat keine direkte Wirkung auf die Schweißdrüsen
  • bindet in großen Mengen Schweiß
  • antibakterielle Wirkung verhindert Geruchsbildung

Zimt dient lediglich dazu, den Schweiß aufzusaugen und Gerüche einzudämmen. Deswegen bietet sich dieses Mittel nur zur Anwendung in den Schuhen (bei Fußschweiß) an. Losen Zimt müssen Sie aber nicht in den Schuh streuen, mittlerweile gibt es eine breite Palette an Zimt-Einlagen. Erhältlich sind diese in Schuhfachgeschäften. Welche pflanzlichen Mittel gegen Schwitzen für Sie am besten geeignet sind, können Sie auch mit Ihrem Arzt oder Apotheker abstimmen. Der Vorteil von pflanzlichen Mitteln und Kräutern gegen Schwitzen ist, dass sie kaum Nebenwirkungen haben.

Bei Hyperhidrose jedoch genügen diese Mittel meist nicht. Hier kommen andere Wirkstoffe zum Einsatz, die aber häufig mit pflanzlichen Mittel und Kräutern gegen Schwitzen kombiniert werden. Dazu zählen beispielsweise Aluminiumchlorid oder pflanzliche Gerbstoffe, die eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung auf die Schweißdrüsen haben. Man nennt die deshalb auch Adstringentien.

Schweiß als Klimaanlage des menschlichen Körpers

Schwitzen ist ein natürlicher und wichtiger Vorgang. Ob bei hohen Temperaturen im Sommer, sportlicher Betätigung oder wegen der Aufregung vor einem Vorstellungsgespräch: Der Körper schwitzt aus ganz unterschiedlichen Gründen. Überhitzt er in einer Situation, trägt die Schweißbildung auf der Haut zu einer sofortigen Kühlung bei. Der Schweiß dient so als natürliche Klimaanlage. Sind die Schweißdrüsen fehlgesteuert, ist übermäßiges beziehungsweise krankhaftes Schwitzen die Folge. Das ist für die Betroffenen häufig sehr belastend und bedarf einer Behandlung.

Es gibt eine Reihe an Möglichkeiten, den Schweißfluss einzudämmen. Dazu zählt neben vielen pflanzlichen Mitteln und Kräutern gegen Schwitzen beispielsweise Aluminiumchlorid. Es gilt als das wirksamste Mittel in der Therapie des krankhaften Schwitzens (vor allem bei axillärer Hyperhidrose).

Aloe Vera und Co. in Deos als Zusatzstoffe

Präparate mit Aluminium reizen die Haut, was zu unangenehmem Jucken führen kann. Deswegen werden Antitranspirants neben natürlichen Adstringentien und Aluminiumchlorid oft noch Pflegestoffe beigemischt. Neben Allantoin (wird aus Harnsäure gebildet) kommen beispielsweise Mittel wie pflanzliches Glycerin und Aloe Vera in Deos als natürliche, pflegende Inhaltsstoffe zum Einsatz.

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1Blaschek, Wolfgang: Wichtl-Teedrogen und Phytopharmaka. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH 2016. S. 580.
2Blaschek, Wolfgang: Wichtl-Teedrogen und Phytopharmaka. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH 2016. S. 355.
3Dr. Zittlau, Jörg / Dr. Kriegisch, Norbert / Heinke, Dagmar P.: Die besten Hausmittel von A-Z. München: Südwest Verlag 2014. S. 89.