Welche Arten von Schweiß-Shirts gibt es?

November 4, 2019
7 Min.

Wer stark unter den Achseln schwitzt, kennt das: Auf dem Hemd oder der Bluse sind unter den Achseln unschöne Flecken zu erkennen – und der teils strenge Geruch sorgt für weitere Unannehmlichkeiten. Um das zu verhindern, gibt es Anti-Schweiß-Shirts. Sie saugen den Schweiß auf und verhindern so, dass er die Oberkleidung durchdringt. Doch nicht nur das: Es gibt sogar intelligente Kleidungsstücke, die Schweißflecken „erkennen“ können und so vor Flüssigkeitsverlust bewahren. Erfahren Sie hier alles Wichtige zu den verschiedenen Schweiß-Shirts.

Schweiß-Shirt vom Fraunhofer Institut


Überblick

Shirts gegen den Achselschweiß: Unschöne Flecken ade

Die Arme über den Kopf heben, um sich zu strecken? Das Jackett ausziehen, weil es zu warm ist? Lieber nicht. Das Problem von Achselschweiß kennt wohl jeder – doch gerade, wer an einer übermäßigen Schweißabsonderung oder auch Hyperhidrose (krankhaftes Schwitzen) leidet, weiß, wie sehr Achselschweiß den Alltag negativ beeinflussen kann.

Um zu verhindern, dass Schweißflecken auf der Kleidung sichtbar werden, gibt es Anti-Schweiß-Shirts. Sie nehmen die Achselnässe auf, bevor diese die darüberliegende Kleidung durchdringen kann und vermeiden so Schweißflecken und Verfärbungen. Zu verdanken haben die T-Shirts dies dem integrierten Achselnässeschutz, der die Feuchtigkeit in den Achseln aufsaugt. Auf diese Weise kann auch die Geruchsbildung gemindert werden.

Gegenüber anderen Mitteln wie Antitranspirants, die die Schweißdrüsenaktivität reduzieren, greifen Anti-Schweiß-Shirts in keiner Weise in den Körper ein. Ein möglicher Nachteil jedoch: Wer sehr stark schwitzt, muss unter Umständen die Saugeinlagen in regelmäßigen Abständen wechseln.


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Die Anti-Schweiß-Shirts sind entweder als eng auf der Haut anliegende Unterhemden erhältlich oder Sie tragen sie als alltagstaugliche T-Shirts oder Hemden. Mittlerweile gibt es diese für Männer und Frauen in verschiedenen Formen und Farben – bei Bedarf auch mit zusätzlich eingenähtem Nässeschutz für Starkschwitzer.

Gut zu wissen: Beim Waschen der Anti-Schweiß-Shirts sind in der Regel keine Besonderheiten zu beachten, sie können ganz einfach in der Waschmaschine gewaschen werden. Mit normalem Waschmittel sind – je nach Stoffart – maximale Temperaturen von 40 Grad bis 60 Grad möglich.

Welche Stoffe stinken schneller?

Kunstfasern riechen schneller als Naturfasern. Der Grund: Die Plastikfasern nehmen Feuchtigkeit nur schlecht auf. Bleibt der Schweiß auf der Faser-Oberfläche zurück, werden die dort sesshaften Bakterien aktiv. Diese zersetzen den Schweiß, wodurch letztendlich der unangenehme Geruch entsteht.

Besteht die Kleidung aus Wolle, riecht sie selten nach Schweiß. Die Textilie saugt Feuchtigkeit gut auf. Ein weiterer Vorteil: Das natürliche Wollfett bestitzt eine antimikrobielle Wirkung.

Und wie sieht es mit Baumwolle aus? Auch dieser Stoff nimmt Feuchtigkeit gut auf und speichert sie lange. Da der Schweiß den Bakterien nicht direkt zur Verfügung steht, vermehren sie sich nicht so schnell. Die Folge: Unangenehmer Geruch entsteht erst mit der Zeit.

Tipp: Wird Kleidung häufig bei nur 30 bis 40 Grad gewaschen, kann es sein, dass diese auch nach dem Waschen riecht. Der Grund: Bei diesen Temperaturen sterben die Bakterien nicht ab. Um die Kleidung von Schweißflecken- und geruch zu befreien, können verschiedene Hausmittel wie Essig helfen.

Sensor-Shirt misst Schweißabsonderung

Den Schweiß kann es zwar nicht aufhalten, dafür aber messen – die Rede ist vom Sensor-Shirt, welches das Fraunhofer Institut entwickelt hat. Das intelligente T-Shirt dient dazu, Schweiß zu erkennen. Der Grund: Beim Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit. Das Problem dabei ist, dass der Schwitzende manchmal nicht bemerkt, wie hoch der Verlust von Wasser tatsächlich ist – und dementsprechend nichts dagegen unternimmt. In der Folge sind Beschwerden wie Schwindel, Bewusstlosigkeit oder auch Nierenversagen möglich.

Dies zu verhindern, ist eine der Aufgaben des Sensor-Shirts, das in der Einrichtung für Modulare Festkörper Technologie EMFT entwickelt wurde. Kommt der Stoff mit Schweiß in Berührung, färbt sich das hellviolette Shirt gelb – ähnlich einem Lackmus-Papier reagiert es auf den Säuregehalt des Schweißes. Auf diese Weise wird dem Schwitzenden signalisiert: Es wird Zeit, etwas zu trinken. Nach der nächsten Wäsche „entfärbt“ sich das Shirt wieder und erhält seine ursprünglich hellviolette Farbe zurück.

Ein weiteres Feld, welches das Schweiß-Shirt abdecken soll, ist die Konzentration von Natriumionen (Bestandteil von Kochsalz) im Schweiß. Je mehr davon enthalten sind, desto wichtiger ist es, salzhaltige Getränke zu sich zu nehmen. Vor allem für Sportler, die stark schwitzen, ist diese Entwicklung interessant.

Weitere Anwendungsgebiete des Sensor-Shirts sehen die Wissenschaftler beispielsweise in der Messung der Hauttemperatur.

Spezielle Sportbekleidung bei starkem Schwitzen

Bei körperlicher Anstrengung produziert der Körper mehr Schweiß, um sich abzukühlen. Damit sich Sportler, die stark schwitzen, dennoch in ihrer Haut wohlfühlen, ist ein spezielles Funktionsshirt gefragt. Dieses sollte wärmeisolierend und gleichzeitig atmungsaktiv sein sowie Schweiß aufnehmen und ihn nach außen transportieren können. Darüber hinaus gibt es noch geruchshemmende Funktionskleidung. Dabei sorgen spezielle Fasern dafür, dass sich weniger Bakterien – die den unangenehmen Geruch verursachen – auf der Oberfläche niederlassen.

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Fazit: Welches Shirt bei übermäßigem Schwitzen?

Wer unter den Achseln vermehrt schwitzt, ist mit einem Anti-Schweiß-Shirt gut beraten. Dank der Saugeinlagen bietet es Schutz vor unschönen Flecken und unangenehmem Schweißgeruch. Erhältlich ist es entweder als Funktionsunterhemd, das unter der Alltagskleidung getragen wird, oder als Hemd, das die Oberkleidung ersetzt.

Demgegenüber eignet sich das Sensor-Shirt nicht, um Schweißflecken und Co. zu vermeiden. Es ist vor allem für Sportler gedacht, die ihren Flüssigkeitshaushalt im Blick behalten wollen. Durch das Färben des Stoffes werden sie daran erinnert, etwas zu trinken – am besten isotonische Getränke, um den Salzgehalt in Körper aufrecht zu erhalten.

Tanja Albert
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Medizinredakteurin
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