Schwitzen zwischen den Beinen – Ursachen und Tipps

Dezember 2, 2020
10 Min.

Sommer, Sonne, kurze Röcke und Shorts – es könnte so schön sein. Doch für viele Frauen ist das ein schwieriges Thema. Denn vor allem wer etwas kräftigere Oberschenkel hat, kennt das Problem: Bei heißen Temperaturen und kurzer Kleidung scheuern verschwitzte Oberschenkel aneinander. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch zum Wundreiben der Haut führen. Glücklicherweise gibt es Hilfe für Betroffene.

Junge Frau trägt im Sommer ein kurzes Kleid und schwitzt zwischen den Beinen.

Überblick:

Schwitzen zwischen den Beinen – häufige Fragen

 

Warum schwitzt man zwischen den Beinen?

Bei heißen Temperaturen oder sportlicher Betätigung ist Schwitzen an den Beinen ganz normal. Berühren sich die beiden Oberschenkel direkt, beispielsweise beim Sitzen und gleichzeitigem Tragen kurzer Kleidung, wird durch den Hautkontakt das Schwitzen zusätzlich begünstigt.

Welche Folgen hat das Schwitzen?

Reiben die feuchten Oberschenkel bei jedem Schritt aneinander, führt das mitunter zu Rötungen, Juckreiz und Schmerzen bis hin zu Entzündungen der Haut.

Schwitzen auch Männer zwischen den Beinen?

Männer schwitzen ebenfalls zwischen den Beinen. Da sie aber oft längere Kleidung tragen, wird das Schwitzen für sie seltener zum Problem.

Was kann man gegen starkes Schwitzen zwischen den Beinen tun?

Während Antitranspirants das Schwitzen an sich mindern, sorgt Babypuder dafür, dass die Haut trocken bleibt. Weiterhin nützlich sind Radlerhosen oder Oberschenkelschoner.

Ursachen für Schwitzen zwischen den Beinen

Ob bei hohen Temperaturen im Sommer oder bei körperlicher Anstrengung während des Sporttrainings, in beiden Situationen kommt es zur vermehrten Schweißabsonderung. Und das ist gut so, da Schwitzen den Körper vor dem Überhitzen bewahrt und somit eine lebenswichtige Funktion erfüllt.

Die Schweißdrüsen sind auf der gesamten Haut verteilt, sodass es nicht nur zur Schweißabsonderung unter den Achseln, sondern beispielsweise auch im Bereich von Gesicht, Händen, Rücken oder Brust kommen kann. Ebenso sind verschwitzte Oberschekel keine Seltenheit und können ein Problem darstellen.

Beim Tragen von kurzen Hosen oder Röcken reibt bei manch einem Betroffenen die feuchte Haut mit jedem Schritt aneinander. Das ist meist anatomisch bedingt. Ein Grund dafür sind kräftigere Oberschenkel. Doch selbst bei schlanken Frauen ist es möglich, dass das Schwitzen zwischen den Beinen zu einem Scheuern führt. Nämlich dann, wenn sie eher schmale Hüften haben und die Beine eng aneinander stehen. Zudem kommt es im Sommer vor, dass die Beine aufgrund der Hitze leicht anschwellen, was Berührungen der Oberschenkel beim Gehen noch wahrscheinlicher macht.

Auch das Sitzen (im Büro, beim Restaurantbesuch) kann mit kurzer Kleidung unangenehm werden. Die schwitzenden Oberschenkel kleben aneinander. Durch den direkten Hautkontakt wird das Schwitzen noch zusätzlich verstärkt.

Schwitzen in der Schwangerschaft

Manch eine Frau klagt gerade während der Schwangerschaft über vermehrtes Schwitzen zwischen den Beinen. Grund dafür können hormonelle Veränderungen sein, welche mitunter generell für eine stärkere Schweißabsonderung verantwortlich sind. Dass die Schwangerschaft häufig mit einer Gewichtszunahme (nicht nur am Bauch, auch beispielsweise an den Beinen) einhergeht, kann das Schwitzen ebenfalls begünstigen.

Folgen von Schwitzen zwischen den Beinen

Das ständige Scheuern der verschwitzten Oberschenkel kann zum Wundreiben führen. Die Haut ist dann gereizt, was sich beispielsweise durch

  • Schmerzen,
  • Rötungen,
  • Juckreiz oder
  • ein Spannungsgefühl

bemerkbar macht. Im Extremfall entwickeln sich daraus womöglich offene Stellen und Entzündungen.

Hilfe bei strapazierter Haut

Wurde die Haut wundgerieben, sollten Sie die betroffene Stelle zunächst vorsichtig mit einer antibakteriellen Seife reinigen und anschließend sanft mit einem Handtuch trocknen. Tragen Sie eine pflegende Salbe auf, um die Haut bei ihrer Regeneration zu unterstützen. Vermeiden Sie in nächster Zeit zudem erneutes Scheuern der Oberschenkel, zum Beispiel durch das Tragen langer Kleidung. Lassen Symptome wie Rötungen und Juckreiz am Oberschenkel nicht nach, ist es ratsam, einen Hautarzt aufzusuchen.

Zudem kann sich starkes Schwitzen zwischen den Beinen auf die Psyche und das Verhalten von Betroffenen auswirken. Manch eine Frau meidet unter Umständen aus Angst vor wunden Oberschenkeln das Tragen von Röcken, Kleidern und kurzen Hosen komplett, obwohl sie diese eigentlich gerne anziehen würde. Auch kann Scham vor an den Beinen klebenden, verschwitzten Klamotten zu Einschränkungen führen, sodass zum Beispiel Sport im Sommer umgangen wird.

Schwitzen Männer zwischen den Beinen?

Männer können ebenfalls zwischen den Beinen schwitzen und unter aneinanderreibenden Oberschenkeln leiden. Allerdings ist das bei ihnen seltener. Zum einen liegt das daran, dass viele Männer selbst im Hochsommer Hosen tragen, die zumindest bis knapp über die Knie reichen, sodass die Haut mit Stoff bedeckt ist.

Zum anderen unterscheidet sich ihr Körperbau von dem der Frauen. Während Männer überflüssige Kilos vor allem am Bauch ansammeln, legen sich diese bei Frauen gerne im Bereich von Hüften, Po und Oberschenkeln nieder, was kräftigere Oberschenkel zur Folge haben kann und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass diese aneinanderreiben.

Was tun gegen Schwitzen zwischen den Oberschenkeln? Die besten Tipps

Es gibt einige Tricks, die gegen Schwitzen zwischen den Beinen helfen:

  • Babypuder ist kostengünstig in jedem Drogeriemarkt erhältlich. Etwas Babypuder auf den Oberschenkelinnenseiten hält die Haut trocken und pflegt sie gleichzeitig. Jedoch reibt sich das Puder mit der Zeit ab und muss immer wieder neu aufgebracht werden. Es eignet sich vor allem beim Tragen von längeren Röcken oder Kleidern, da unter diesen das Puder nicht sichtbar ist.
  • Antitranspirants hemmen die Aktivität der Schweißdrüsen, wodurch weniger geschwitzt wird. Sie finden klassischerweise im Achselbereich Anwendung, können aber auch auf die Oberschenkel gegeben werden.
  • Etwas Gleitgel auf den Oberschenkeln sorgt dafür, dass die Oberschenkel bei Berührung problemlos aneinander vorbei gleiten, sodass keine Rötungen und Juckreiz entstehen.
  • Radlerhosen liegen eng an der Haut an und enden meist kurz über dem Knie – sie sind daher gut geeignet, um sie unter längeren Röcken oder Kleidern anzuziehen. Das synthetische Material saugt den Schweiß auf und durch den Stoff lässt sich ein Reiben der Oberschenkel verhindern.

Sexy und bequem

Sogenannte Oberschenkelschoner funktionieren im Prinzip genauso wie die altbewährte Radlerhose – allerdings gibt es sie oft in hautfarbenen Tönen zu kaufen, wodurch sie auch unter heller Kleidung geeignet sind. Die besonders breiten Strumpfbänder werden über die Oberschenkel gezogen, um direkten Hautkontakt zu verhindern. Gleichzeitig können sie etwas Schweiß aufnehmen. Die Bänder sind in der Regel aus Spitze und bieten einen hübschen Anblick, sollten sie doch einmal unter der Kleidung hervorblitzen.

Mit diesen Tipps muss keine Frau auf Röcke, Kleider und Shorts aufgrund von scheuernden Oberschenkeln verzichten. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen möchte, beispielsweise wenn ein längerer Fußmarsch ansteht, der sollte trotzdem lieber auf lange Kleidung setzen. Hosen, zum Beispiel aus Leinen, decken die Oberschekel ab, verhindern so ein Reiben und sind trotzdem wunderbar luftig und atmungsaktiv.

Pauline Zäh
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Medizinredakteurin
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