Warum schwitze ich?

Um das Schwitzen und besonders das krankhafte Schwitzen (Hyperhidrose) zu verstehen, hilft ein kleiner Ausflug in die Biologie. Dabei wird ersichtlich, wodurch die Produktion der Schweißdrüsen angeregt wird und warum bestimmte Faktoren eine Überproduktion des Schweißsekretes auslösen.

Schweißdrüsen sind Hautanhangsgebilde

Fast über den ganzen Körper verteilt liegen die Schweißdrüsen des Menschen. Sie zählen zu den Hautanhangsgebilden wie beispielsweise Haare oder Nägel. Der Ausführungsgang der Schweißdrüse endet in einer Hautpore, über die auch der Schweiß abgegeben wird. Besonders dicht siedeln sich die Drüsen im Bereich der Hand- und Fußsohlen an.

Innere Reinigung und Pflege für die Haut

Die Hauptaufgabe bei der Ausscheidung des menschlichen Sekretes ist die Regulation der Körpertemperatur, aber auch Endprodukte des Stoffwechsels[HS1] werden mit Hilfe der Flüssigkeit abgesondert. Der Schweiß hält ebenfalls den Säureschutzmantel der Haut in der Balance, indem er das Keimwachstum auf der Hautoberfläche hemmt. Das Drüsensekret leistet mit dieser natürlichen Barriereschutzfunktion seinen Beitrag für eine gesunde und ausgeglichene Hautflora. Die Anzahl der Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze wird durch den leicht sauren pH-Wert des Schweißes in „Schach gehalten“.

Schweißdrüsen

Schweißdrüsen sind Hautanhangsgebilde wie etwa Haare und Nägel. Sie befinden sich in der tiefen Lederhaut (Dermis). Ein Mensch besitzt zwischen 2 und 4 Millionen Drüsen. Im knäuelförmigen Drüsenendstück wird der Schweiß produziert, daran angeschlossen ist der Ausführungsgang. Dieser endet in einer Hautpore, über die der Schweiß austritt. Lesen Sie hier mehr über den Aufbau der Schweißdrüsen.

Schweiß

Durchschnittlich verliert der Körper knapp über einen Liter Schweiß pro Tag. Menschen schwitzen sowohl tagsüber als auch nachts im Schlaf. Schwitzen ist ein aktiver Prozess, infolgedessen dem Körper Energie entzogen wird. Schweiß verdunstet auf der Hautoberfläche und reguliert damit den Wärmehaushalt des Körpers. Hier geht es weiter zu Informationen über Schweiß.

Vegetatives Nervensystem

Den „Startbefehl“ zur Schweißproduktion gibt das vegetative Nervensystem. Die Steuerung des Prozesses erfolgt über die (peripheren) Nerven. Dabei wird ein Botenstoff namens Acetylcholin ausgeschüttet. Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, der den Befehl, die Schweißproduktion zu beginnen, an die Schweißdrüsen überbringt. Hier finden Sie eine Erklärung zum vegetativen Nervensystem.

Author: admin
Stand: 23.12.2009