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StartseiteTherapieÜberblick: Therapieverfahren

Therapiemöglichkeiten Schwitzen

Behandlungsmethoden Hyperhidrose: Vor- und Nachteile im Überblick

Sind Sie betroffen vom starken Schwitzen und einer übermäßigen Schweißproduktion? Klären Sie mit Ihrem Arzt ab, ob es sich eventuell um eine Hyperhidrose handelt. Egal wie hoch die Ausprägung des Schwitzproblems ist, oder um welche Form der Hyperhidrose es sich handelt, Sie werden dank eines Mediziners schnell eine Lösung finden!

Der große Vergleich in der Übersicht
Tabelle: Alle Therapie-Möglichkeiten auf einen Blick!

Therapie gegen Schwitzen

Nach der Diagnose des Arztes setzt eine auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnittene Therapie an. Je nach Krankheitsform und Symptomen kann man unterschiedliche Wege einschlagen. Einfluß auf die Therapie nimmt unter anderem auch die betroffene Körperstelle, an der man vermehrt schwitzt. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die hilfreichen Möglichkeiten und lesen Sie alle Informationen nach. Schnell und bequem in der großen Tabelle der Therapie-Möglichkeiten.

Behandlungs-verfahren Wie es wirkt? Welche Vorteile es hat? Welche Nachteile es hat? Wem es nützt? Wer es zahlt?
Aluminiumchlorid Verstopfen durch Pfropfbildung die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen
  • Einfach und nur äußerlich anzuwenden
  • Reduziert Schweißmenge nach ca. 4 Wo. regelmäßiger Anwendung um fast ein Drittel
  • zum Teil erhebliche Hautreizungen
  • Gefahr von Hautekzemen
  • Greift Textilien an
  • Muss als Dauertherapie durchgeführt werden
  • v.a. bei axillärer Hyperhidrose
  • auch, aber weniger geeignet bei palmarer und plantarer Hyperhidrose
Krankenkasse
Iontophorese Mittels Strombäder. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht 100%ig geklärt Sicheres, fast nebenwirkungsfreies Behandlungsverfahren bei korrekter Durchführung
  • Muss als Dauertherapie durchgeführt werden, anfangs täglich, später 2-3x pro Woche
  • Nicht bei elektronischen Geräten im Körper (z.B. Herzschrittmacher) oder Metallimplantaten z.B. nach Knochenbrüchen
  • Nicht bei Spirale zur Schwangerschaftsverhütung
  • Nicht bei Schwangeren
  • v.a. bei palmarer und plantarer Hyperhidrose
  • weniger geeignet bei axillärer Hyperhidrose
Krankenkasse. übernimmt bei nachgewiesener Wirksamkeit und entsprechenden Voraussetzungen auf Antrag auch die Kosten für ein Heimgerät
Tabletten: Anticholinergika Hemmen den sympathischen Teil des vegetativen Nervensystem, der u.a. die Schweißdrüsen zur Schweißproduktion anregt Gut wirksam bei Formen der Hyperhidrose, bei denen Aluminiumchlorid und Iontophorese nicht ausreichend helfen Relativ viele Nebenwirkungen v.a. auch bei Hyperhidrose am ganzen Körper, aber auch bei fokaler Hyperhidrose, wenn andere Therapieverfahren nicht wirkungsvoll sind oder nicht angewendet werden können Krankenkasse
Sormodren Besonderheit: wirkt im Körper, dringt aber auch über die Blut-Hirnschranke ins Gehirn ein mit entsprechenden Nebenwirkungen Reduziert Schweißmenge bei regelmäßiger Einnahme nach einigen Wochen deutlich.
  • Zentralnervöse Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit, Unruhe, Nervosität
  • Außerdem Mundtrockenheit, übelkeit, Verstopfung, Blasenentleerungsstörungen, Sehstörungen
  • Muss als Dauertherapie eingenommen werden
  • Beeinträchtigt Fahrtauglichkeit
Wenn andere Therapieformen versagt haben oder nicht angewendet werden können Krankenkasse
Vagantin Besonderheit: wirkt nur im Körper, durchbricht nicht die Blut-Hirn-Schranke
  • Wie Sormodren®, aber da schnell wirksam (nach 30-60 Min.) auch kurzfristig situativ einsetzbar.
  • Auch als Dauertherapie möglich
  • Keine zentralnervösen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Benommenheit, Unruhe, Nervosität 
  • Beeinträchtigt nicht die Fahrtauglichkeit
v.a. Mundtrockenheit Wie Sormodren®, aber auch für kurzfristigen Einsatz geeignet, z.B. vor besonderen Situationen wie z.B. Prüfungen, Bewerbungsgespräch o.ä. Krankenkasse
Botulinumtoxin Nervengift, das in die Haut gespritzt wird, dort die Ausschüttung des Botenstoffes Acetylcholin hemmt und so die Schweißproduktion reduziert
  • reduziert das Schwitzen am behandelten Herd deutlich ab ca. einer Woche nach der Behandlung
  • Wirkung hält über Monate an
  • Schmerzhaft, da viele Einstiche notwendig sind. An Händen und Füßen Lokalanästhesie erforderlich
  • Teuer, da die Behandlung ca. aller 6 Monate wiederholt werden muss
  • Gefahr von Nebenwirkungen wie leichte Muskelschwäche in der behandelten Region, Grippesymptome, die sich allerdings nach längerer Zeit auch wieder zurückbilden. Es können aber auch dauerhafte Schäden bleiben.
  • Nicht anwendbar bei einigen neurologischen Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, während Schwangerschaft und Stillzeit
  • Kann nur an herdförmigen Schwitzherden angewendet werden, v.a. bei axillärer, aber auch bei palmarer, plantarer Hyperhidrose und am Kopf (Stirn, auch behaarter Kopf)
  • einzig wirksame Methode beim gustatorischem Schwitzen
  • nicht großflächig am ganzen Körper einsetzbar
Krankenkasse zahlt evtl. auf Antrag, aber nur bei axillärer Hyperhidrose. Ansonsten muss Behandlung aus eigener Tasche finanziert werden.
Saugkürettage Schweißdrüsen werden operativ unter örtlicher Betäubung unter der Hautoberfläche ausgeschabt und abgesaugt
  • Minimal invasives Verfahren, bei dem nur kleine Hautschnitte erforderlich sind
  • fast immer dauerhaft wirksam
  • Komplikationen möglich wie z.B. Blutergüsse, Wundheilungsstörungen, Bildung narbiger Knoten oder Stränge unter der Achselhaut 
  • häufig teilweiser Verlust der Achselbehaarung
Nur bei axillärer Hyperhidrose möglich Krankenkasse entscheidet im Einzelfall
Endoskopische Sympathikusblockade (ESB) Verschiedene Operationsverfahren, bei denen der Sympathikusnerv entweder im Brustbereich oder in der Lendengegend dauerhaft blockiert (z.B. durchtrennt, abgeklemmt, teilweise entfernt) wird
  • minimal invasives Verfahren, bei dem nur kleine Schnitte erforderlich sind, über die die OP-Instrumente eingeführt werden
  • dauerhaft wirksam
  • Gefahr des kompensatorischen Schwitzens an anderen Körperstellen, das dann kaum mehr behandelt werden kann und sehr beeinträchtigend ist - OP-Komplikationen wie Blutungen, Nervenschäden
  • bei Operation im Lendenbereich Gefahr von Erektionsstörungen und Harrnleiterverletzungen
Nur bei fokaler (herdförmiger) Hyperhidrose, nicht bei generalisiertem Schwitzen am ganzen Körper Krankenkasse entscheidet im Einzelfall

Therapie gegen starkes Schwitzen

Um sich letztendlich für eine geeignete Therapie zu entscheiden, spielen ein paar wichtige Überlegungen eine Rolle, ob die jeweilige Behandlung die gewünschte Wirksamkeit entfalten kann.

  • Effizienz – Ist die Therapiestufe ausreichend?
  • Lokalisation der Schwitzherde – Ist das Verfahren für die jeweilige Schwitzproblematik wirkungsvoll und geeignet?
  • Dauer der Wirksamkeit – Hält der positive Effekt nur ein paar Stunden, Wochen, Monate oder über Jahre an?
  • möglichen Nebenwirkungen – Will man die Nebenwirkungen in Kauf nehmen oder ist die Anstrengung es einem nicht wert?
  • Kosten – Übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Therapie oder muss ins eigene Portemonnaie gegriffen werden? Wenn Letzteres der Fall ist – ist man willens und rein finanziell in der Lage dazu?
  • Akzeptanz der Therapie – Gibt es Therapieoptionen, die man – aus welchen Gründen auch immer – prinzipiell ablehnt (z. B. einen operativen Eingriff)?
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Letzte Änderung: 05.07.2010
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