Schwitzen, so lästig es auch sein kann, ist keineswegs ein Vorgang, mit dem der Körper uns bei Hitze oder körperlicher Anstrengung ärgern will. Vielmehr ist Schwitzen eine lebenswichtige Funktion zur Temperaturregulation (Thermoregulation) des Körpers.
Bei wechselwarmen Lebewesen wie Fischen oder Reptilien ähneln sich Umgebungs- und Körpertemperatur: Ist es draußen kalt, sind sie kühl, ist es draußen warm, sind sie es auch. Der Mensch besitzt dagegen ein anderes Regulationssystem für die Körpertemperatur. Er gehört, wie andere Säugetiere auch, zu den gleichwarmen Lebewesen, die ihre Körpertemperatur – zumindest im Körperkern, indem die lebenswichtigen Organe liegen – konstant bei etwa 37°C halten müssen. Ganz gleich, welche Temperaturen in der Umgebung herrschen.
Um unsere Körperkerntemperatur auf etwa gleichem Niveau halten zu können, besitzen wir ein ausgeklügeltes Regulationssystem. Dieses stellt permanent ein Gleichgewicht her zwischen
Ist es zu kalt, reduziert unser Körper die Wärmeabgabe, indem er die Durchblutung der Arme und Beine drosselt. In Folge der verminderten Durchblutung, geht weniger Wärme nach außen verloren (gefüllte Blutgefäße geben dagegen viel Wärme ab). Zum anderen produziert der Körper mehr Wärme durch Muskelarbeit. Willkürlich tun wir das, indem wir uns bewegen, wenn wir frieren. Unwillkürlich, also ohne dass wir es wollen, beginnen unsere Muskeln zu zittern - wir „zittern vor Kälte“ - um Wärme zu erzeugen.
Ist uns zu warm, egal ob wir uns körperlich ausgepowert haben oder ob Sonne bzw. heimischer Ofen zu viel des Guten tun, muss der Körper vermehrt Wärme abgeben.
Wärme abgeben kann unser Körper generell über vier Mechanismen:
Große Hitze – viel schwitzenHaben wir unseren Körper durch Arbeit oder Sport stark gefordert oder übersteigt die Umgebungstemperatur die 35-Grad-Marke, kommen die ersten drei Mechanismen der Wärmeabgabe (siehe oben) nahezu zum Erliegen bzw. sind nicht effektiv genug. Gibt es also kaum noch einen Temperaturunterschied zwischen Körperinnerem und Außenwelt,kann sich der Körper fast nur noch über die Verdunstung von Schweiß abkühlen. Wir schwitzen.
Gut zu wissen: In feuchtwarmer Umgebung, wie in tropischen oder subtropischen Regionen, ist Hitze für uns schwerer tolerierbar, als in trocken-heißen Regionen. Die Ursache liegt darin begründet, dass der Körper in feuchtwarmer Luft weniger Schweiß verdunsten kann und somit auch schneller überhitzt.
Produktionsstätte für die Kühlflüssigkeit auf unserer Haut sind kleinste Organe, die über den Körper verteilt sind: Drüsen. Drüsen besitzt unser Körper unzählige, einige produzieren eher wässrige Flüssigkeiten, andere schleimige. Manche Drüsen geben ihr Sekret in die Blutbahn ab, z.B. Hormondrüsen, andere über Ausführungsgänge an die Körperoberfläche, z.B. Tränen- oder Speicheldrüsen.
Zur letzteren Art gehören auch die Schweißdrüsen.
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