Um das Schwitzen und besonders das krankhafte Schwitzen (Hyperhidrose) zu verstehen, hilft ein kleiner Ausflug in die Biologie. Dabei wird ersichtlich, wodurch die Produktion der Schweißdrüsen angeregt wird und warum bestimmte Faktoren eine Überproduktion des Schweißsekretes auslösen.
Fast über den ganzen Körper verteilt liegen die Schweißdrüsen des Menschen. Sie zählen zu den Hautanhangsgebilden wie beispielsweise Haare oder Nägel.
Besonders dicht siedeln sich die Drüsen im Bereich der Hand- und Fußsohlen an. Im knäuelförmigen Drüsenendstück wird der Schweiß produziert, daran angeschlossen ist der Ausführungsgang. Dieser endet in einer Hautpore, über die der Schweiß dann austritt.
Schweiß reguliert vor allem die Körpertemperatur. Die Körperflüssigkeit kühlt beim Verdunstungsvorgang die Haut ab (Verdunstungskälte). Aber auch Endprodukte des Stoffwechsels (Harnstoff, Ammoniak) werden mit Hilfe der Flüssigkeit abgesondert. Der Schweiß hält ebenfalls den Säureschutzmantel der Haut in der Balance, indem er das Keimwachstum auf der Hautoberfläche hemmt. Das Drüsensekret leistet mit dieser natürlichen Barriereschutzfunktion seinen Beitrag für eine gesunde und ausgeglichene Hautflora. Die Anzahl der Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze wird durch den leicht sauren pH-Wert des Schweißes in „Schach gehalten“.
Den „Startbefehl“ zur Schweißproduktion gibt das vegetative Nervensystem. Die Steuerung des Prozesses erfolgt über die Nerven. Dabei wird ein Botenstoff namens Acetylcholin ausgeschüttet. Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, der den Befehl, die Schweißproduktion zu beginnen, an die Schweißdrüsen überbringt. Das vegetative Nervensystem steuert den Schwitzprozess, aber auch lebenswichtige Vitalfunktionen wie Blutdruck, Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel. Alle Regulationsvorgänge, die dort stattfinden, kann der Mensch nicht willentlich beeinflussen, das heißt, sie laufen autonom ab.
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