Schwitzen in der Nacht

Nachts schwitzen – was sind die Ursachen für Nachtschweiß

Sie schlafen ruhig und wohlbehütet ein. Langsam entschlummern Sie in die Traumwelt. Doch plötzlich ist es – mitten in der Nacht – mit der Ruhe vorbei; Sie wachen zitternd auf, sind klatschnass geschwitzt und ein Kälteschauer läuft ihnen über den Körper?

Einen halben Liter Schweiß pro Nacht abzusondern, ist normal. Doch wenn Menschen wesentlich mehr im Schlaf schwitzen, sollte die Ursache geklärt werden. Denn dahinter können sich akute und auch schwerwiegende Erkrankungen verbergen. Vielleicht haben Sie es mit einer Form der Hyperhidrose, also mit krankhaft gesteigerter Schweißproduktion zu tun: dem Nachtschweiß.

Nächtliches Schwitzen: Wenn Nachtschweiß die Nachtruhe stört wirdIn seiner Ausprägung kann Nachtschweiß sehr unterschiedlich sein: Von einem leichten Schweißfilm auf der Haut bis hin zum Durchnässen der Bettwäsche ist alles möglich. Diese Schweißausbrüche können auf Dauer recht anstrengend werden und rauben den Schlaf.

Nachtschweiß führt durch seine Auswirkungen häufig in der Folge zu Schlafstörungen, spätestens wenn die betroffene Person das Schwitzen als unangenehm empfindet oder das Kältegefühl überhand nimmt. Unter dem Begriff Nachtschweiß versteht man ein übermäßiges Schwitzen während der Bettruhe, das das normale Maß überschreitet.

Nachts schwitzen: die Ursachen

Zwar schwitzt der menschliche Körper auch während normaler nächtlicher Regulationsvorgänge aber nicht in einem so hohen Ausmaß, wie es beim Nachtschweiß der Fall ist. Leider kann es viele Ursachen geben. Die Schwitzattacken können zunächst einmal ganz einfache und harmlose Gründe haben. Zum Beispiel wenn die Umgebungstemperatur oder die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu hoch ist.

Ein gestörter Biorhythmus kann sich auch schlecht auf die nächtliche Ruhe auswirken. Wer ständig zu extrem unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht und darüber hinaus zu wenig schläft, strapaziert seinen Organismus. Der Körper reagiert auf diese Probleme und Nachtschweiß kann eine Folge sein.

Psychische und psychosomatische Gründe regen die Schweißabsonderung ebenfalls an. Darunter fallen beispielsweise nächtliche Alpträume oder man befindet sich insgesamt in einer stressigen Situation und kann auch nachts nicht richtig abschalten.Der Körper ist "unter Strom" und das kann sich manchmal durch den Nachtschweiß äußern. Gerade die unbewusst, verdrängten Probleme aus dem Alltag werden mit ins Bett getragen. Denn das Unterbewusstsein ist auch im Schlaf aktiv. Als Folge der seelischen Belastung, kann der Körper im Schlaf mit verstärkter Schweißproduktion reagieren.

Auch der Konsum von Genußmitteln und Drogen fördert die Schweißproduktion. Gerade zu viel Alkohol oder beispielsweise Kokain bringen neben anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten (oder gefährlichen Abhängigkeiten) schwitzige Probleme mit sich. Denn die Schweißdrüsen werden durch solche Substanzen "angefeuert". Ebenso kommt eine idiopathische Hyperhidrose in Betracht, also eine krankhaft gesteigerte Schweißproduktion, ohne einen ersichtlichen Grund und ohne eine andere Krankheit als Auslöser.

Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) kämpfen oft mit Schweißausbrüchen, sowohl tags- als nachtsüber. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zucker) zeigen ebenso manchmal Symptome wie den Nachtschweiß. Dabei kann der Nachtschweiß ein mögliches Anzeichen einer anbahnenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein.

Krankheiten als Auslöser

Allerdings sind auch ernste Erkrankungen (oder die Einnahme von Medikamenten gegen diese Krankheiten) als Ursache von Nachtschweiß möglich. Darunter fallen unter anderem:

Akute Infektionskrankheiten

  • Grippe
  • Pfeiffer´sches Drüsenfieber

Chronische Infektionskrankheiten

  • Tuberkulose
  • AIDS
  • Malaria
  • Osteomyelitis

Malignome

  • Leukämie
  • Lymphome
  • Karzinome  

Neurologische Erkrankungen

  • Epilepsie
  • Apoplex  

Die Therapie

Den Weg für die optimale Therapie einzuschlagen, ist nicht immer ganz einfach, denn schließlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache. In manchen Fällen sind aber gerade die Auslöser nicht direkt zu definieren. Deshalb wird der Arzt eine gründliche Anamnese erheben und im Zweifel in alle Richtungen nachfragen. Dabei werden alle Bereiche überprüft, die als Auslöser in Frage kommen. Die Mediziner können so Patienten herausfiltern, deren Ursache von Nachtschweiß eine schwerwiegende Erkrankung sein könnte.

Handelt es sich um idiopathischen Nachtschweiß, ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten von Vorteil.

Frau mit Kopfhörern Tipps gegen Nachtschweiß

  • Verzichten Sie auf den (übermäßigen) Verzehr von Genussmitteln wie Zigaretten, Kaffee und Alkohol. Diese Genussmittel können die Schweißproduktion fördern.
  • Vermeiden Sie stressige Situationen, denn dieser ist eine mögliche Ursache für Nachtschweiß. Gönnen Sie sich vor dem Einschlafen eine Ruhephase, um vom Alltag abzuschalten. Hören Sie (Entspannungs-)Musik oder lesen Sie in Ruhe ein Buch. Auch ein Entspannungsbad vor dem zu Bett gehen kann helfen. Ebenso können Hörbücher eine beruhigende Wirkung haben.
  • Ernähren Sie sich gesund und verzichten Sie kurz vor dem Einschlafen auf besonders fettige oder scharf gewürzte Lebensmittel.
  • Schlafen Sie in einem gut gelüfteten Raum. Achten Sie darauf, gerade nachts nicht in einem überheizten Schlafzimmer zu übernachten. Lassen Sie gegebenenfalls das Fenster auf.
  • Benutzen Sie Bettwäsche aus synthetischen Stoffen, sondern nutzen Sie lieber natürliche Materialien wie Baumwolle.

Sollte starkes Schwitzen im Schlaf länger als vier Wochen anhalten, empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Arzt aufzusuchen. Nur ein Mediziner kann letztlich klären, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt, wenn im Schlaf der Schweiß ausbricht. (N.H.)

Bilder:
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Author: admin
Stand: 24.01.2010