Sie schlafen ruhig und wohlbehütet ein. Langsam entschlummern Sie in die Traumwelt. Doch plötzlich ist es – mitten in der Nacht – mit der Ruhe vorbei; Sie wachen zitternd auf, sind klatschnass geschwitzt und ein Kälteschauer läuft ihnen über den Körper? Wenn Sie solche Situationen kennen, haben Sie es vielleicht mit einer Form der Hyperhidrose, also mit krankhaft gesteigerter Schweißproduktion zu tun: dem Nachtschweiß.
In seiner Ausprägung kann Nachtschweiß sehr unterschiedlich sein: Von einem leichten Schweißfilm auf der Haut bis hin zum Durchnässen der Bettwäsche ist alles möglich. Diese Schweißausbrüche können auf Dauer recht anstrengend werden und rauben den Schlaf.
Nachtschweiß führt durch seine Auswirkungen häufig in der Folge zu Schlafstörungen, spätestens wenn die betroffene Person das Schwitzen als unangenehm empfindet oder das Kältegefühl überhand nimmt. Unter dem Begriff Nachtschweiß versteht man ein übermäßiges Schwitzen während der Bettruhe, das das normale Maß überschreitet.
Zwar schwitzt der menschliche Körper auch während normaler nächtlicher Regulationsvorgänge aber nicht in einem so hohen Ausmaß, wie es beim Nachtschweiß der Fall ist. Leider kann es viele Ursachen geben. Die Schwitzattacken können zunächst einmal ganz einfache und harmlose Gründe haben. Zum Beispiel wenn die Umgebungstemperatur oder die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu hoch ist.
Psychische und psychosomatische Gründe regen die Schweißabsonderung auch an. Darunter fallen beispielsweise nächtliche Alpträume oder man befindet sich insgesamt in einer stressigen Situation und kann auch nachts nicht richtig abschalten. Der Körper ist "unter Strom" und das kann sich manchmal durch den Nachtschweiß äußern. Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) kämpfen oft mit Schweißausbrüchen, sowohl tags- als nachtsüber. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zucker) zeigen ebenso manchmal Symptome wie den Nachtschweiß. Dabei kann der Nachtschweiß ein mögliches Anzeichen einer anbahnenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) sein.
Der Konsum von Genußmitteln und Drogen fördert auch die Schweißproduktion. Gerade zu viel Alkohol oder beispielsweise Kokain bringen neben anderen gesundheitlichen Schwierigkeiten (oder gefährlichen Abhängigkeiten) schwitzige Probleme mit sich. Denn die Schweißdrüsen werden durch solche Substanzen "angefeuert". Ebenso kommt eine idiopathische Hyperhidrose in Betracht, also eine krankhaft gesteigerte Schweißproduktion, ohne einen ersichtlichen Grund und ohne eine andere Krankheit als Auslöser.
Allerdings sind auch ernste Erkrankungen (oder die Einnahme von Medikamenten gegen diese Krankheiten) als Ursache von Nachtschweiß möglich. Darunter fallen unter anderem:
Akute Infektionskrankheiten
Chronische Infektionskrankheiten
Malignome
Neurologische Erkrankungen
Den Weg für die optimale Therapie einzuschlagen, ist nicht immer ganz einfach, denn schließlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache. In manchen Fällen sind aber gerade die Auslöser nicht direkt zu definieren. Deshalb wird der Arzt eine gründliche Anamnese erheben und im Zweifel in alle Richtungen nachfragen. Dabei werden alle Bereiche überprüft, die als Auslöser in Frage kommen. Die Mediziner können so Patienten herausfiltern, deren Ursache von Nachtschweiß eine schwerwiegende Erkrankung sein könnte.
Handelt es sich um idiopathischen Nachtschweiß, ist eine Veränderung der Lebensgewohnheiten von Vorteil. Der Verzicht auf schweißtreibende Lebensmittel wie etwa scharfe Gewürze kann helfen. Auch auf die Einnahme von Genussmitteln (z. B. Koffein, Alkohol) sollte verzichtet werden.
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