Hyperhidrose erkennen

Welche Testverfahren stehen dem Arzt zur Verfügung

Es gibt keinen Test, der die Diagnose Hyperhidrose umfassend „beweist". Vielmehr sind es neben der Anamnese verschiedene Bausteine, die letztlich die Diagnose erhärten. Mit verschiedenen Testverfahren kann man also zusätzlich zur Krankengeschichte den Verdacht auf eine Hyperhidrose bestätigen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen qualitativen und quantitativen Verfahren.

Es gibt Tests, die den genauen Schwitzherd eingrenzen, so dass ein Bild ähnlich einer Landkarte entsteht. Dabei wird nicht gemessen, wie viel Schweiß produziert wird, sondern nur angezeigt, wo zu viel Schweiß abgesondert wird. Das fällt unter den Begriff qualitativer Test. Diese Analyse ist unter anderem besonders dann wichtig, wenn das entsprechende Hautareal mit Botulinumtoxin unterspritzt oder operativ behandelt werden soll.

Jod-Stärke-Test oder auch Minor-Test
Qualitativ: Wo wird der Schweiß übermäßig produziert?

 

JodflascheZum Einsatz kommen der Minor-Test (auch Jod-Stärke-Test genannt) oder der modifizierte Minor-Test nach Achenbach. Die Zwei sind die gebräuchlisten Tests und setzen auf die optisch sichtbare Farbveränderung über den überaktiven Schweißdrüsen. In der Anamnese fragt der Arzt ebenfalls nach Allergien. Bei einer Allergie gegen Jod darf der Test nicht beziehungsweise nur unter bestimmten Umständen durchgeführt werden. Ebenso kann eine großflächige Bepinselung der Haut mit einer Jodlösung bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen problematisch sein.

 

 

Gravimetrische Messung
Quantitativ: Wie viel Schweiß wird abgesondert?

 

Feinwaage für den Minor-TestIst das schwitzende Areal genau eingegrenzt, weiß man aber zunächst nicht, wie stark die Hyperhidrose ausgeprägt ist, also welche Schweißmenge tatsächlich produziert wird. Dieses Wissen ist nicht nur für das weitere therapeutische Vorgehen von Bedeutung. Auch Krankenkassen fordern als Voraussetzung für die Kostenübernahme bestimmter Behandlungsverfahren eine genaue Messung der Schweißmenge. An dieser Stelle setzt der quantitave Test an und die Höhe der Sekretabsonderung (Schweiß) wird überprüft. Das Verfahren heißt Gravimetrie.

 

 

Bilder: © Yuris - Fotolia.com (oben) © Peter Marshall - istockphoto.com (unten)

Author: nknelleken
Stand: 04.02.2010