Behandlung bei der Iontophorese-Therapie

Verfahren, Dauer und Häufigkeit

Skeptiker machen sich vielleicht im ersten Moment Gedanken, wenn sie das erste Mal etwas über die Iontophorese hören. Schließlich handelt es sich um Therapie mit Strom, um das übermäßige Schwitzen aus der Welt zu schaffen. Die Furcht vor dem Strom ist jedoch unbegründet: Iontophorese ist ein medizinisch anerkanntes Heilverfahren und wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt zu einem sicheren Unterfangen.

Das Verfahren

Verwendet wird normales Leitungswasser, weshalb das Verfahren auch als Leitungswasser-Iontophorese bezeichnet wird. Hände bzw. Füße werden in zwei mit Leitungswasser gefüllte Schalen gelegt, so dass das Wasser die Handinnenflächen bzw. Fußsohlen sowie die Endglieder der Finger bzw. Zehen umspült. Über zwei in den Schalen platzierte Elektroden wird kontinuierlicher oder gepulster Gleichstrom in das Wasser geleitet und durchfließt die betroffenen Hautareale.

Behandlungsdauer und -häufigkeit

Anfangs wird in der Regel 5x pro Woche behandelt, also jeden Tag von Montag bis Freitag. Bessert sich das Schwitzen, wird auf zwei- bis dreimal pro Woche reduziert. Eine Therapiesitzung dauert mindestens 10-15 Minuten. Die Iontophorese ist eine Dauertherapie, da es bald nach Absetzen der Therapie erneut zu Schweißausbrüchen kommt. Wird nach den ersten Therapiesitzungen beim Hautarzt festgestellt, dass eine deutliche Besserung eintritt, die Methode also auch tatsächlich wirkungsvoll zur Behandlung der Hyperhidrose ist, kann über die Krankenkasse, die fast immer auch die Kosten dafür trägt, ein Heimgerät beantragt werden. Inzwischen gibt es auch reisetaugliche Geräte, die ihren Strom über den Zigarettenanzünder des Autos ziehen können.

Die Iontophorese ist ein sicheres, fast nebenwirkungsfreies Behandlungsverfahren. Vornehmlich kann die Therapie bei Schwitzproblemen an den Händen und Füßen eingesetzt werden. Auch bei einer axillären Form ist die Iontophorese möglich. Ein Heimgerät kann gegebenenfalls von der Krankenkasse bewilligt werden.

Die Therapie mit dem Strom muss als Dauertherapie durchgeführt werden. Am Anfang besteht sie aus täglichen Sitzungen, deren Anzahl sich im Laufe der Zeit minimiert. Die Behandlung ist zeitintensiv (Dauer pro Termin knapp 20 Minuten) und der Therapie-Effekt setzt nach ein paar Wochen (ohne Behandlung) aus. Bei einigen Körperstellen, die von einem Schwitzproblem betroffen sind, kann das Prinzip der Therapie nicht angewendet werden. Darunter fällt ebenfalls die generalisierte Hyperhidrose (Schwitzen am ganzen Körper). Für Menschen mit Herzschrittmacher oder Metallimplantaten (Knochenbrüche) kommt die Iontophorese nicht in Betracht. Das medizinische Gerät zur Durchführung der Therapie ist teuer.

Author: nknelleken
Stand: 01.02.2010