Adstringentien – der Wirkstoff für die Hautporen

Gerbstoffe kontrollieren den Schweißfluss

Adstringentien sind Substanzen, die man vermutlich jeden Tag unbewusst benutzt. Sie wirken nicht nur als potentielles Zusatzmittel gegen Schweiß und kommen bei einer leichten bis mittleren Hyperhidrose in Frage. Die Wirkstoffe sind oft ein Bestandteil von Mundspülungen und leisten als beigemischte Ingredienzen ihren Beitrag zur Zahnpflege. Bei Akne ist die Komponente ebenfalls sehr hilfreich und ist als Inhaltsstoff bei vielen Gesichtswassern (Tonic) zu finden.

Adstringentien können sich nicht nur blutstillend auf minimale Verletzungen der Hautoberfläche auswirken, sie bilden vor allem eine Art Schutzmembran gegen Infektionen und Austrocknung. Der gleiche Mechanismus kommt bei den Schweißdrüsen zum Einsatz und verringert die Auswirkungen eines Schweißausbruches. Man kann das medizinische Phänomen auch als Zitronen-Effekt beschreiben.

Große Pore, kleine Pore

Adstringentien haben einen zusammenziehenden Effekt, indem sie die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verengen und verdichten. Man kann sich diesen Effekt ähnlich vorstellen wie den Biss in eine Zitrone, bei dem sich im Mund „alles zusammenzieht”.

Adstringentien und die Haut

Verantwortlich dafür sind Eiweiße, die bei Kontakt von adstringierenden Substanzen in beziehungsweise auf der Haut (Schleimhaut) ausflocken und so dafür sorgen, dass sich Ausführungsgänge verengen und Absonderungen wie Schweiß reduzieren. Auf diese Weise wirken Adstringentien auch blutstillend (zum Beispiel nach der Rasur). Typisches Adstringentien sind unter anderem Alaun, Silbernitrat, Eichenrinde und Tannine (sogenannte Gerbstoffe).

Zusatzwirkstoff

Adstringentien werden üblicherweise nicht alleine verwendet, sondern sind typischer Bestandteil von Deopräparaten.

Die Anwendung ist sehr einfach und unkompliziert. Die Anschaffungskosten sind gering.

Die Wirksamkeit hält nicht lange an und ist weniger effektiv als bei Antitranspirantien. Darüber hinaus besteht die Gefahr eines allergischen Reaktion (Kontaktekzem), das sich bei immerhin einem Fünftel der Anwender einstellt. 
 

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Author: admin
Stand: 26.01.2010